Schnitzel, Würstchen und Mettenden

Freisprüche im Prozess um Fleisch-Unterschlagung in JVA

Celle - Mit Freisprüchen ist der Prozess um eine angebliche Unterschlagung von Fleisch im Hochsicherheitsgefängnis Celle zu Ende gegangen. Angeklagt waren vier Schwerverbrecher, weil sie Schnitzel, Würstchen und Mettenden aus der JVA-Küche unterschlagen und in eigene Gefrierfächer gepackt haben sollen.

Ein Justizbeamter soll ihnen dabei geholfen haben. Im Prozess konnte ihnen das jedoch nicht nachgewiesen werden, wie die stellvertretende Direktorin des Celler Amtsgerichts, Karin Rätzlaff, am Donnerstag sagte. Das Urteil vom Mittwoch ist bereits rechtskräftig.

„Es gab einen Hauptbelastungszeugen, dessen Aussage widersprüchlich war“, begründete Rätzlaff den Freispruch. Die „Neue Presse“ aus Hannover hatte zuvor berichtet, dass es keinen Beweis dafür gegeben habe, dass tatsächlich Fleisch unterschlagen wurde. Weder der JVA-Küchenchef noch eine Mitarbeiterin der Firma, die Fleisch lieferte, konnten sagen, ob etwas fehlte.

Die Prozesskosten übersteigen den Wert des Fleisches nach Angaben von Rätzlaff um ein Vielfaches. Bezahlen muss dies die Landeskasse, also der Steuerzahler. Unnötig sei der Prozess dennoch nicht gewesen, betonte Rätzlaff. „Es ist ein hohes Gut, dass die Wahrheit im Prozess geklärt wird und dabei gibt es immer die Möglichkeit, dass dieser mit einem Freispruch endet.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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