Drei Männer sollen einen Cloppenburger Türsteher brutal zusammengeschlagen haben

Freispruch für schweigende Angeklagte

Cloppenburg - Im Prozess gegen drei Mitglieder einer Cloppenburger Großfamilie, die sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Cloppenburger Amtsgericht verantworten mussten, sind die Angeklagten am Freitag von allen Vorwürfen freigesprochen worden. Den Angeklagten im Alter zwischen 19 und 25 Jahren war vorgeworfen worden, im Sommer vergangenen Jahres während einer Auseinandersetzung den Türsteher einer Cloppenburger Diskothek brutal zusammengeschlagen und auf das bereits am Boden liegende Opfer noch eingetreten zu haben.

Ein Nachweis der Schuld war in dem Verfahren nicht sicher möglich. Zwar gab es viele Verdachtsmomente, das aber reichte für eine Verurteilung nicht aus. Sicher ist nur, dass die drei Angeklagten am Tatort waren. Bewiesen sind auch die schweren Verletzungen des Türstehers. Aber wer wann etwas getan hat, ließ sich nicht aufklären. Direkte Tatzeugen gab es nicht. Und die Menschen, die etwas gesehen haben wollen, waren nicht in der Lage, den einzelnen Angeklagten auffällige Bekleidungsstücke zuzuordnen.

Mit Spannung war die Aussage des Opfers erwartet worden. Am ersten Verhandlungstag vor zwei Wochen konnte der Türsteher noch nicht am Verfahren teilnehmen, weil er sich einer Operation unterziehen musste. Nun war er da. Doch die Angeklagten konnte er nicht als mutmaßliche Täter identifizieren. Er meinte, einen der Männer erkannt zu haben. Eine Beschreibung, wie der mutmaßliche Angreifer bekleidet war, konnte er aber nicht liefern.

Erst recht wusste das Opfer nicht, wer wann zugeschlagen haben soll. Damit standen die Freisprüche so gut wie fest. Nur ein sicherer Nachweis und das genaue Benennen der einzelnen Tatbeiträge kann zu einer Verurteilung führen. Davon war man im jetzigen Verfahren aber weit entfernt. Die Angeklagten selbst hatten in dem Prozess von ihrem Recht Gebrauch gemacht, die Aussage zu verweigern.

wz

Rubriklistenbild: © dpa

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