Fragen und Antworten

Was tun mit gefährlichen Bahnübergängen?

Berlin - Von Silvia Kusidlo. Achtung Bahnübergang! Gleise können schnell zur tödlichen Gefahr werden. Es gibt ganz verschiedene Ansätze, die Risiken zu minimieren.

Unfälle auf Bahnübergängen enden oft tödlich. Zwei Tote und etwa 30 Verletzte lautet die traurige Bilanz gleich mehrerer Kollisionen binnen drei Tagen in Norddeutschland und Bayern. 

Wie viele Bahnübergänge gibt es in Deutschland? 

2013 waren es bundesweit noch mehr als 18 000 Bahnübergänge. Davon waren nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn etwa 60 Prozent technisch gesichert - und zwar mit Schranken (20 Prozent), mit Halbschranken (rund 70 Prozent) oder mit Blinklicht- oder Lichtzeichenanlagen (10 Prozent). Alle technisch nicht gesicherten Übergänge werden dreimal, die technisch gesicherten zweimal jährlich inspiziert, sagte der Sprecher am Sonntag in Berlin.

Haben Unfälle an Bahnübergängen zugenommen? 

Nein, ganz im Gegenteil: Die Zahlen seien sogar rückläufig, sagte der Bahnsprecher. Dennoch gebe es immer wieder tragische Unfälle.

Wer ist schuld an den Unglücken? 

Mehr als 90 Prozent der Kollisionen sind nach Angaben der Deutschen Bahn auf falsches Verhalten der Fahrzeuglenker und Fußgänger zurückzuführen. Dabei spiele Leichtsinn eine große Rolle. Der bayerische SPD-Politiker Bernhard Roos betonte: „Insbesondere jahrelange Anwohner hören oft das Signal des Zuges gar nicht mehr.“

Und was wird gegen die Gefahren getan?

Die Deutsche Bahn reduziert die Zahl ihrer Bahnübergänge. Rund 4800 Anlagen konnten nach Angaben des Unternehmens seit 2004 beseitigt werden. Weitere wurden mit einer technischen Sicherung ausgestattet oder durch Über- oder Unterführungen ersetzt. Bundesweit fließen demnach jährlich rund 500 Millionen Euro in die Beseitigung oder die Aufrüstung von Bahnübergängen. Zur Prävention hat das Unternehmen gemeinsam mit ADAC, Bundespolizei und zwei Unfallversicherungen die Infokampagne „sicher drüber“ ins Leben gerufen.

Sind auch ganz andere Lösungen denkbar?

Ja. Bayerns SPD will am liebsten, dass jeder einzelne Übergang mit einem speziellen Notrufsystem nachgerüstet wird. Das lehnt die Allianz pro Schiene ab - die Missbrauchsgefahr sei zu groß. Das Bündnis plädiert dafür, das ab 2018 für alle neuen Pkw-Modelle in der EU vorgeschriebene Notrufsystem eCall zu erweitern. Bislang ist vorgesehen, dass das System bei einem Unfall automatisch den einheitlichen europäischen Notruf 112 auslöst. Autofahrer sollten laut dem Verkehrsbündnis aber auch dazu in der Lage sein, direkt bei der Zugüberwachung Alarm zu schlagen, wenn sie auf einem Bahnübergang stecken bleiben - etwa mit einem Extra-Knopf auf dem Armaturenbrett.

Rubriklistenbild: © dpa

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