Kritik am Sicherheitskonzept

Ermittlungen zu Schiffshavarie dauern an - Küste will mehr Schutz

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Der Frachter „Glory Amsterdam“ havarierte vor Langeoog Ende Oktober.

Wittmund - Glück im Unglück hat die Nordseeküste bei einer Schiffshavarie Ende Oktober gehabt. Auch Wochen später schlägt der Fall noch hohe Welle. Was ging schief bei der Rettung der „Glory Amsterdam“? Und was muss künftig besser laufen? Viele Fragen sind noch offen.

Nach der Havarie des Frachters „Glory Amsterdam“ Ende Oktober vor der Nordseeinsel Langeoog wird die genaue Ursache weiter untersucht. Gegen den 48 Jahre alten chinesischen Kapitän des Schiffes ermittelt die Wasserschutzpolizei wegen des Verdachts auf Gefährdung des Schiffsverkehrs. Dazu sollten zahlreiche Daten ausgewertet werden, sagte ein Behördensprecher. 

Das Schiff hatte sich im Sturm „Herwart“ von seinem Ankerplatz losgerissen und war rund zwei Kilometer vor der ostfriesischen Insel Langeoog auf einer Sandbank gestrandet. Es konnte erst Tage später nach Wilhelmshaven geschleppt werden. 

Nautikexperten wollen den Funkverkehr und die Maschinendaten des Schiffes analysieren. Weitere Angaben sollen von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung kommen, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wilhelmshaven. Zudem ist ein Gutachten über eine gebrochene Leine angefordert, die als Schleppverbindung zu einem Hilfsschiff dienen sollte. „Wir sind noch mitten in den Ermittlungen“, hieß es.

Kritik am Sicherheitskonzept

Der Landkreis Wittmund und Küstenkommunen sehen das Sicherheitskonzept bei Havarien kritisch. Sie fordern Verbesserungen von den Behörden, um eine Ölpest im Nationalpark Wattenmeer zu verhindern. Das Havariekommando in Cuxhaven habe keine Schleppverbindung zu dem Schiff herstellen können, das steuerlos zwischen Helgoland und den ostfriesischen Inseln getrieben sei. 

Das sei aber eine Kernfrage angesichts des zunehmenden Schiffsverkehrs und weiterer Offshore-Windparks in der Nordsee, heißt es in einer Resolution, die am Dienstag im Wittmunder Kreistag verabschiedet werden soll. 

Die sieben ostfriesischen Inseln haben bereits eine Überprüfung für das Ankern (auf Reede liegen) in empfindlichen Meeresgebieten gefordert. „Der hochsensible Naturraum Wattenmeer und die touristisch bedeutsame Küstenregion dürfen nicht mehr durch eine Billig-Schifffahrt gefährdet werden“, hieß es in einem Schreiben an die Bundesregierung.

Warnung vor erhöhtem Kollisionsrisiko

Die Inselbürgermeister und Naturschützer vom Wattenrat warnten auch vor einem erhöhten Kollisionsrisiko in den nahe gelegenen Offshore-Windparks. Zu den weiteren Verbesserungsvorschlägen zählen bessere und stärkere Schlepper in der Deutschen Bucht. 

Deutsche Behörden sollten Schiffe übernehmen können, wenn sich deren Besatzungen nicht an Rettungsaktionen beteiligten. Auch ein generelles Verbot von Schweröl als Betriebsstoff von Schiffsmaschinen in Küstennähe ist in der Diskussion.

dpa

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