Forscher rätseln: Wo sind all die Fasane hin?

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Ein Fasan läuft  durch ein Gemüsebeet. Wissenschaftler forschen jetzt nach den Gründen, warum sich die Zahl der Fasane in den vergangenen zehn Jahren um rund 20 Prozent veringert hat.

Hannover - Dass der Fasan in Niedersachsen immer seltener wird, macht Jägern und Naturschützern große Sorgen. In einem mehrjährigen Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho) die Ursache für den Rückgang finden.

Der Frühjahrsbesatz - also die Zahl der Fasane - habe sich binnen zehn Jahren um mindestens 20 Prozent verringert, berichtete Egbert Strauß, der an der Tiho für die Wildtiererfassung im Auftrag der Landesjägerschaft verantwortlich ist.

Die Jagdstrecke ging noch deutlicher zurück. Während die Jäger landesweit 2007 rund 150 000 Fasane erlegt hatten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 57 000. „Das hat auch damit zu tun, dass der seltener gewordene Fasan weniger gejagt wurde“, sagte Strauß.

Möglicherweise haben die Veränderungen der Landwirtschaft - etwa die großen Maisanbauflächen - einen Einfluss. „Auch Pestizide und andere Umweltgifte könnten eine Rolle spielen“, sagte der Wildbiologe. Die Zahl der Rebhühner und Feldhasen sei ebenfalls gesunken, gleichzeitig stiegen die Populationen von Wildschweinen und Gänsen.

Die Forscher wollen nun herausfinden, ob infektiöse Erkrankungen bei jungen Fasanen für das Verschwinden verantwortlich seien könnten. Dazu wurden in einer Vorstudie bereits von Jägern eingesandte gefundene tote Vögel untersucht. Die Tiermedizinerin Friederike Gethöffer hofft darauf, dass Jäger aus Niedersachsen weiterhin gefundene tote Fasane für das Forschungsprojekt einschicken.

„Naturschützer machen sich große Sorgen wegen des Rückgangs“, sagte sie. „Die Jäger würden gerne auf den Braten verzichten, wenn sie mehr Fasane sehen würden. Sie sind Zeichen für ein intaktes Revier.“ Noch gibt es nach Schätzungen in Deutschland einige 100 000 Fasane. Ursprünglich aus Asien stammend, wurde der Fasan vermutlich schon in der Antike als Ziervogel und wegen des gut schmeckenden Fleisches eingebürgert.

Das Rebhuhn, das einen ähnlichen Lebensraum hat, steht bereits auf der Roten Liste. „Wenn der Fasan verschwindet, schwindet noch viel mehr“, befürchtet Josef Schröer, stellvertretender Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen. Die Jägerschaft reagiere auf die Veränderungen und habe sich beispielsweise schon darauf geeinigt, auf die Rebhuhnjagd freiwillig zu verzichten. # dpa-Notizblock

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