1300 Jobs in Gefahr in Niedersachsen

Airbus: Merkel soll Jobs in Varel und Augsburg retten

Kanzlerin Merkel soll die Aerotec-Standorte Varel und Augsburg retten. Das fordern der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und sein Amtskollege Markus Söder.

Varel/Augsburg – Geht es nach dem Willen von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) und seinem bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU), wird die Erhaltung der Luftfahrtstandorte in Varel und Augsburg zur obersten Chefsache. In einem Brief fordern die beiden Regierungschefs Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu auf, sich für die Rettung der beiden Standorte einzusetzen.

Unternehmen:Premium Aerotec
Gründung:1. Januar 2009
Leitung:Thomas Ehm
Mitarbeiter:etwa 8.000
Umsatz:rund 2 Milliarden Euro (Stand: 2019)

Wie die Nordwest-Zeitung und die Augsburger Allgemeine berichten, soll die Airbus-Tochter Premium Aerotec (PAG) aufgespalten und beide Standorte verkauft werden. Allein im niedersächsischen Varel droht der Verlust von rund 1.300 Arbeitsplätzen. Die Mitarbeiter sind in großer Sorge um ihre Zukunft.

Die in Augsburg sitzende Airbus-Tochter hat außer Varel noch vier weitere Niederlassungen und insgesamt etwa 8000 Mitarbeiter. Das Unternehmen liefert Bauteile für verschiedene Airbus-Modelle im zivilen und militärischen Bereich. Der Konzern will Premium Aerotec aber aufspalten.

Airbus-Tochter: Ausgliederung und Verkauf der Standorte Varel und Augsburg soll überdacht werden

Weil und Söder fordern in dem Brief Merkel dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass die Ausgliederung und der Verkauf der Teilefertigung an beiden Standorten noch einmal überdacht wird. Beide Regierungschefs fordern bei einer Neuaufstellung des Unternehmens die Stärkung der technologischen Kompetenzen der Standorte Varel und Augsburg.

Die bisher bekannten Kaufinteressenten brächten weder eine ausreichende Auslastung noch hinreichend finanzielle Mittel für Investitionen in den Werken mit. Daher sei zu befürchten, dass die beiden Betriebe in Bayern und Niedersachsen „schon in wenigen Jahren nicht mehr mit Wettbewerbern in Niedriglohnländern konkurrieren können“.

Allein am Standort in Varel sind 1300 Aerotec-Arbeitsplätze in Gefahr.

„Die Technologieführerschaft ist letztendlich einer der entscheidenden Faktoren, um die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten“, zitieren NWZ und Augsburger Allgemeine aus dem Brief der beiden Regierungschefs. Dafür müssten auch Bundesmittel bereitgestellt werden. Als Beispiel nennen die beiden Ministerpräsidenten etwa die Integration einer additiven Titan-3D-Druckmaschine in die Produktion in Varel.

Pläne zur Zerschlagung von Aerotec: Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer wird befürchtet

Die IG Metall und die deutschen Betriebsräte bei Airbus laufen seit Wochen Sturm gegen die Pläne*. Sie fürchten Verlagerungen von Teilen der Produktion in Billiglohnländer*, Entgeltkürzungen für die Belegschaft und einen Verkauf der ausgegründeten Unternehmensteile. Ein rotes Tuch ist für die deutschen Belegschaften auch, dass Airbus seine französische Tochter Stelia in den Konzern integrieren, in der Teilefertigung seine deutsche Tochter Premium Aerotec aber aufspalten wolle.

Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Holger Junge bekräftigte, dass sich die Beschäftigten auf eine lange Auseinandersetzung mit dem Management einrichten, die bis Herbst oder sogar Weihnachten dauern könne. Auf einer Betriebsversammlung hatte er Mitte Mai erklärt, der Konflikt sei nicht allein am Verhandlungstisch zu lösen. Welche Aktionen den Gewerkschaftern vorschweben, um den Druck auf die Konzernspitze zu erhöhen, ließen sie offen. „Wir schließen Stand heute überhaupt keine Maßnahmen aus“, sagte Kerner. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Rust

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