Polizei findet weitere Knochen

Förster findet Totenschädel: Gehört er der vermissten Monika Crantz?

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Der Förster Oliver Christmann steht an einer Polizeiabsperrung. Christmann hatte einen menschlichen Schädel gefunden. Nun wird die Gerichtsmedizin klären, ob es sich bei den gefundenen Teilen tatsächlich um die Überreste der seit 1999 vermissten Monika Crantz handelt.

Lüneburg - Ein Förster hat in einem Waldstück bei Lüneburg einen Schädel gefunden, der zu der seit fast zwanzig Jahren vermissten Unternehmerin Monika Crantz gehören könnte. Das bestätigte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Nach dem Fund eines skelettierten Menschenschädels sowie von Bekleidung Ende September im Dickicht eines Waldstücks östlich des Elbe-Seiten-Kanals im Bereich Bilmer Strauch/Steinhöhe durchsuchte/-kämmte die Polizei in Zusammenarbeit mit Spezialhunden und der Bereitschaftspolizei Lüneburg den betreffenden Waldbereich. Dabei stellten die Einsatzkräfte drei weitere vermutlich menschliche Knochen, unter anderem einen Beckenknochen, fest.

Zuerst hatte die Lüneburger "Landeszeitung" berichtet (Donnerstag). Die damals 49 Jahre alte Geschäftsfrau aus Ratzeburg in Schleswig-Holstein wird seit 1999 vermisst.

Suchaktion der Bereitschaftspolizei am Elbe-Seiten-Kanal bei Neu Sülbeck.

Bei einer Suchaktion in der Nähe des Fundorts des Schädels am Mittwoch seien Einsatzkräfte auf zwei weitere Knochen und Teile eines Beckens gestoßen, sagte die Polizeisprecherin weiter. Nun müsse die Gerichtsmedizin klären, ob es sich bei den gefundenen Teilen tatsächlich um die Überreste von Monika Crantz handelt.

"Es ist natürlich möglich, dass die Knochen schon seit Jahrzehnten dort im Wald gelegen haben. Aber es ist auch nicht auszuschließen, dass ein Zusammenhang mit dem Fall Monika Crantz besteht", sagte Kai Richter von der Polizeiinspektion Lüneburg.

14-monatiger Indizienprozess

Der Ehemann der Frau, Hartmut Crantz, war 2000 vom Landgericht in Lübeck wegen Mordes aus Habgier zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Wenige Tage, nachdem das Gerichtsurteil in einem Revisionsprozess 2003 bestätigt worden war, hatte sich Hartmut Crantz in seiner Zelle das Leben genommen.

Nach Überzeugung des Lübecker Landgerichts hatte der Geschäftsmann seine Frau am 6. Januar 1999 im gemeinsamem Haus in Ratzeburg getötet und die Leiche an einem unbekannten Ort versteckt. Durch den Mord habe er seine wirtschaftliche Entmachtung verhindern wollen, begründeten die Richter ihr Urteil. Nach unberechtigten Abbuchungen hatte die Inhaberin mehrerer Fitness-Studios ihrem Mann den Zugang zu den Geschäftskonten gesperrt. Ihr Vermögen soll zum Zeitpunkt ihres Todes umgerechnet knapp 2,6 Millionen Euro betragen haben.

In diesem Zusammenhang prüfen die Ermittler auch mögliche Zusammenhänge zu Vermisstenfälle oder auch Tötungsdelikte der letzten Jahrzehnte.

dpa

Suchaktion im Mordfall Crantz

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