Flüchtlinge sind willkommen

Notunterkunft für 500 Menschen in nur 18 Stunden hergerichtet

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Flüchtlinge sind willkommen: Das steht auf Schildern, mit denen im Wendland rund 500 Menschen begrüßt worden sind. Ehrenamtliche Helfer haben in weniger als 24 Stunden eine Notunterkunft hergerichtet. Das Schicksal der Menschen berührt sie.

Anwohner haben Absperrungen mit Luftballons und Sonnenblumen dekoriert, andere halten Schilder mit der Aufschrift „Refugees welcome“ in die Höhe:Rund 500 Flüchtlinge haben am Sonntagmittag im Wendland in einem Gebäude der Polizei Aufnahme gefunden, das früher für die Unterbringung von Polizisten bei Castor-Transporten genutzt wurde. Die ehemalige Kaserne wurde in Rekordzeit hergerichtet - nach der Benachrichtigung am Samstagmorgen benötigten die vielen ehrenamtlichen Helfer nur 18 Stunden, bis das Gebäude bezugsfertig war.

Eigentlich hätten sie noch nicht so schnell damit gerechnet, dass dort Menschen einziehen, sagte der Sprecher der Zentralen Polizeidirektion Hannover, Karsten Wolff. „Das ist einfach großartig, was die Hilfs- und Rettungsorganisationen hier auf die Beine gestellt haben.“

Es sind viele Familien mit kleinen Kindern, die am Sonntag dort ankommen. Viele haben eine tagelange Odyssee hinter sich, sie waren über Ungarn nach München geflüchtet. Von dort ging es dann per Zug weiter nach Braunschweig, wo die Flüchtlinge am frühen Morgen ankamen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte die Leute am Sonntag nach ihrer Ankunft in Niedersachsen. In einem abgetrennten Teil der Bahnhofshalle warten sie auf ihre Weiterreise. Weil unterhält sich mit Hilfe eines syrischen Dolmetschers mit den Menschen, die ihm nach einem Bericht der „Braunschweiger Zeitung“ teilweise schreckliche Szenen schilderten. „Jetzt sind sie hier bei uns in Deutschland inSicherheit“, sagt der Ministerpräsident.

Die rund 500 Menschen in Lüchow sollen dort nur solange bleiben, bis sie auf die Kommunen verteilt werden. Die Polizei unterstützt die niedersächsische Landesaufnahmebehörde, weil die Erstaufnahmelager längst aus allen Nähten platzen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die ehemalige Kaserne in Lüchow den ganzen Herbst und Winter über für neu ankommende Flüchtlinge benötigt wird. „Darauf stellen wir uns ein“, sagte Polizeisprecher Wolff.

Niedersachsen hatte bereits in den vergangenen Tagen rund 2000 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge geschaffen, um die Erstaufnahmeeinrichtungen zu entlasten. Diese Zahl soll weiter steigen. Im Landkreis Hameln-Pyrmont sollen bis zu 300 Kriegsflüchtlinge in der ehemaligen Linsingen-Kaserne untergebracht werden. In die Lützow-Kaserne Schwanewede sollen bis zu 1000 Migranten einziehen.

Von den knapp 900 Menschen, die nach Angaben der Stadt Braunschweig dort Sonntagfrüh eintrafen, kamen etwa 65 nach Hannover, rund 135 zur Landesaufnahmebehörde Braunschweig, rund 110 sollten nach Hameln. Unter den Ankommenden waren auch rund 70 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die jetzt vom Jugendamt der Stadt Braunschweig betreut werden.

Auch Bremen will zusätzlich 70 Flüchtlinge aufnehmen, die über Ungarn nach Bayern eingereist sind. „Alle Länder waren sich einig, dass Bayern das allein nicht schaffen kann“, sagte die Senatorin für Soziales, Anja Stahmann. „Es ist ein Akt der Solidarität unter den Ländern und damit eine Selbstverständlichkeit, dass wir Bayern in dieser Situation nach unseren Möglichkeiten unterstützen.“

dpa

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