Besuch im Erstaufnahmelager

De Maizière fordert Geschlossenheit bei Hilfe für Flüchtlinge

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De Maizière (CDU) besucht ein überfülltes Erstaufnahmelager in Friedland.

Friedland - Im völlig überfüllten südniedersächsischen Grenzdurchgangslager Friedland leben mehr als 3000 Flüchtlinge. Bundesinnenminister de Maizière appelliert bei seinem Besuch im Lager an die deutsche Willkommenskultur und verurteilt alle Übergriffe.

Die Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland können Bund, Länder und Kommunen nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière nur gemeinsam lösen. „Es gibt nicht den einen Masterplan für das Problem“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag bei seinem Besuch im südniedersächsischen Grenzdurchgangslager Friedland. Es reiche nicht aus, nur mehr Stellen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu schaffen, die Länder müssten parallel dazu auch „mit Hochdruck“ weitere Erstaufnahmelager schaffen. Auch „unkonventionelle Maßnahmen“, wie Amtshilfen von Bundeswehr und Zoll, sowie der Einsatz von pensionierten Polizeibeamten auf Honorarbasis seien notwendige Stellschrauben.

De Maizière appellierte an alle Beteiligten, ihre Energie nicht mit gegenseitigen Schuldzuweisungen zu verschwenden, sondern gemeinsam „im Schulterschluss“ das Problem zu lösen.

Trotz der zunehmenden Zahl von rechtsextremen Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte sieht de Maizière in Deutschland nach wie vor eine große Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur. „Wir sollten der deutschen Öffentlichkeit zeigen, dass es trotz aller Herausforderung ganz viele Fälle gibt, in denen die Dinge gutlaufen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Und diese Geschichten müssen wir auch erzählen.“

Obwohl der Besuch von de Maizère bereits länger geplant war, findet er aber auch vor dem Hintergrund wiederholter Krawalle von Rechtsextremisten und Rassisten vor einer Flüchtlingsnotunterkunft in der sächsischen Kleinstadt Heidenau statt. „Wir sind empört über die Angriffe auf Flüchtlinge auch in der vergangenen Nacht“, betonte er. Es sei aber nur eine Minderheit, die so reagiere. „Das ist nicht das, was Deutschland ausmacht.“

Friedland sei ein Beispiel für die gelebte Willkommenskultur in Deutschland. Es zeige, dass es nicht nur Ablehnung gebe, betonte de Maizière. „Hier gibt es eine alte Tradition, die wird jetzt in neuer Weise herausgefordert, das ist schon bewegend.“

Das eigentlich nur für rund 700 Menschen konzipierte Lager im Landkreis Göttingen ist nach Angaben von Leiter Heinrich Hörnschemeyer mit mehr als 3000 Menschen extrem überbelegt. Viele Menschen müssen auf den Fluren schlafen und sind notdürftig in Verwaltungsgebäuden untergebracht.

dpa

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