Geldstrafen verhängt

Fleischtransporteur zwingt Fahrer zu überlangen Touren

Meppen - Ein Fleischtransportunternehmen aus dem Emsland hat seine Fahrer systematisch zu überlangen Touren genötigt und ihnen gekündigt, wenn sie das Überschreiten der Lenkzeiten ablehnten.

Firmeninhaber, Geschäftsführer und Disponent wurden dazu nun vom Amtsgericht Meppen zu Geldstrafen von jeweils mehreren Tausend Euro verurteilt, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die beteiligten Fahrer erhielten Geldstrafen zwischen 900 und 3600 Euro.

Sie hatten nach Feststellung des Gerichts auf Anweisung ihres Chefs neben den eigenen auch fremde Fahrerkarten eingesetzt, damit die langen Touren auf den ersten Blick nicht entdeckt wurden.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen erst durch einen ehemaligen Fahrer, der sich der Polizei anvertraut hatte. Weil er sich geweigert hatte, über das erlaubte Maß hinaus zu fahren, wurde er enorm unter Druck gesetzt und kündigte schließlich selbst.

Umfangreiches Beweismaterial gesichert

"Die von dem Fahrer vorgetragenen Verfahrensweisen in der Firma konnten wir erst gar nicht glauben", sagte Ermittlungsleiter Gerd Rode von der Polizei in Lingen. Bei Durchsuchungen in Firmen- und Privaträumen sowie in Lkw wurde dann aber umfangreiches Beweismaterial gesichert.

"Die Firmenleitung hat hier eindeutig eigene Interessen der Gesundheit der Fahrer und der Sicherheit im Straßenverkehr vorgezogen", sagte der Ermittlungsleiter. Auch die Gewerbeaufsicht verhängte Bußgelder in vierstelliger Höhe gegen Firmenverantwortliche und Fahrer.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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