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Fischbrötchen in Gefahr: Umweltschützer schlagen Alarm – Fische aufgebraucht

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Von: Fabian Raddatz

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Fischbrötchen mmit Bismarck-Hering liegen in einer Auslage.
Ob Bismarck-Hering, Matjes oder Krabben: Fischbrötchen sind an Deutschlands Küsten kult. © Monika Skolimowska/dpa

Der Appetit der Deutschen auf Fisch ist unersättlich – mit gravierenden Folgen für die Umwelt. Tier- und Umweltschützer schlagen Alarm.

Hamburg/Bremen/Bremerhaven – Der „End of Fish Day“ beschreibt, wann der Fisch zur Neige geht, mehr Fisch und Meeresfrüchte in Deutschland gegessen als gefangen oder nachgezüchtet wurden. In diesem Jahr fällt der „End of Fish Day“ auf den 11. März – so früh, wie noch nie jemals zuvor. Das haben Berechnungen des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“, des Vereins „Fair Oceans“ aus Bremen und des Netzwerks „Slow Food Deutschland“ ergeben, berichtet „tagesschau.de“.

Die Entwicklungsorganisationen schlagen Alarm: Wenn der Appetit der Deutschen auf Fisch weiter so immens ist, obwohl die Fangquoten durch Überfischung, Umweltverschmutzung und Klimawandel rückläufig sind, dann hat das für die Umwelt gravierende Folgen.

Fische gehen zur Neige: Auch viele Arten in der Nordsee überfischt

Ein aktuelles Beispiel ist die Fischmehlproduktion: Dafür werden wichtige Schwarmfische in Fabriken zu Futter verarbeitet. Die Fische würden damit an anderer Stelle fehlen, erklärt die Fischereiexpertin Francisco Mari von „Brot für die Welt“. Entweder sie wurden den marinen Nahrungsketten entzogen und gingen der Fischereiwirtschaft anderer Länder verloren.

Auch die Fischbestände einiger Arten in der Nordsee gehen zurück, darunter beliebte Speisefische wie Seelachs, Kabeljau oder Scholle. Obwohl die Fangquote bei diesen Arten für 2022 gesenkt wurden, äußern Umweltschützer starke Bedenken. „Alle Zeichen stehen auf Zusammenbruch“, so der WWF. Die Fangquoten würden viel höher legen als von der Wissenschaft empfohlen.

„Slow Food Deutschland“ wirbt dafür, Lachs vom Speiseplan zu streichen. Als Produkt industrieller Massenzucht trüge der Konsum zu vielen Tierwohl- und Umweltproblemen bei. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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