Mindestens 85 Fälle

Amazon nutzt Macht aus: Konzern erzwingt Firmenanteile von Partnern

Amazon hat eine Monopolstellung. Genau das hat der Online-Händler Berichten zufolge über Jahre hinweg ausgenutzt und gerät jetzt massiv in die Kritik.

Hannover - Berichten des „Wall Street Journal“ zufolge, soll der Groß-Konzern Amazon seine Handelspartner über mehrere Jahre bedrängt haben. Das Unternehmen habe Firmenanteile von Händlern zu extrem günstigen Konditionen bekommen. Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind damit nun an die Öffentlichkeit gegangen. Das Problem: Viele Handelspartner von Amazon seien vom dem Online-Händler abhängig und hätten deshalb keine andere Wahl, als ihre Anteile billig an Amazon zu verkaufen. Das ist nicht das erste Mal, dass der Groß-Konzern in jüngster Vergangenheit stark in die Kritik geraten ist.

UnternehmenAmazon
CEOJeff Bezos
Gründung5. Juli 1994
SitzSeattle, Washington

Eines der Opfer von Amazons Forderungen war der Lebensmittelhändler Spartan Nash aus den USA. Seit 2016 kooperiere das Unternehmen mit Amazon und beliefere den Online-Händler mit Lebensmitteln. Die Geschäftsführung von Amazon habe Spartan Nash darauf hin angeboten, innerhalb der nächsten sieben Jahre Waren im Wert von über acht Millionen Dollar bei dem Händler zu bestellen. Doch dafür müsse Spartan Nash gewährleisten, dass Amazon bis zu 15 Prozent der Firmenanteile kaufen darf - und das zu niedrigsten Preisen.

Amazon in 85 Fällen beschuldigt

Dies sei lange kein Einzelfall gewesen. Amazon werde in mindestens 85 Fällen dieser Art beschuldigt. Das Unternehmen hätte von den Handelspartnern sogenannte Berechtigungsscheine verlangt. Diese ermöglichen es dem Besitzer Aktien eines Unternehmens zu kaufen - zu einem festgelegtem Zeitpunkt, zu einem festgelegtem Preis. Das Ganze ist unabhängig vom aktuellen Kurs der Börse. Wenn der Wert eines Unternehmens steigt, kann Amazon zuschlagen, wenn der Wert sinkt, können sie auf einen Kauf verzichten. Somit besteht keinerlei Risiko für Amazon und das zum Schaden der Online-Händler.

Der Groß-Konzern Amazon soll Berichten zufolge Handelspartner Jahre lang bedrängt haben.

Eine Sprecherin von Amazon bestätigte bereits, dass Amazon eben diese Berechtigungsscheine einfordert. Diese Verträge würden einen Prozent aller Geschäfte mit Handelspartnern und Kunden ausmachen. Seit Jahren steht Amazon immer wieder in der Kritik. Schlechte Arbeitsbedingungen und sogar automatisierte Kündigungen durch Roboter waren zuletzt Thema. Währenddessen errichtet der Groß-Konzern einen weiteren Standort in Niedersachsen.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Niall Carson

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