Skandal um verunreinigte Eier

Fipronil: Briefkastenfirma in Emlichheim wirft Fragen auf

Oldenburg - Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier beschäftigt nun auch die Justiz in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg leitete gegen niedersächsische Landwirte ein Ermittlungsverfahren ein, sagte Sprecherin Gesa Weiß am Montag. Es bestehe der Verdacht, gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen zu haben.

Betroffen seien die Verantwortlichen niedersächsischer Eierbetriebe, in denen Eier positiv auf Fipronil getestet wurden. Weitere Details nannte die Sprecherin zunächst nicht. 

Mehrere Betriebe gesperrt

Bislang waren Ermittlungsverfahren in Belgien und den Niederlanden bekannt. In Oldenburg ist die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Straftaten in der Landwirtschaft für Niedersachsen, dem größten Eierproduzenten Deutschlands. Die deutschen Landwirte hatten anscheinend ein illegal mit Fipronil versetztes Reinigungsmittel aus den Niederlanden bezogen, ohne von dem unerlaubten Zusatz zu wissen. 

Bislang ist von drei Legehennenbetrieben im Landkreis Grafschaft Bentheim an der niederländischen Grenze bekannt, dass ihre Eier Fipronil-belastet waren. Hinzugekommen ist inzwischen auch ein Betrieb mit 25.000 Legehennen im Landkreis Leer. Alle Betriebe wurden von den Behörden gesperrt und die Eier aus dem Verkehr gezogen. Im Landkreis Emsland wurde eine Junghennenaufzucht gesperrt. 

Bislang sind alle Proben negativ ausgefallen

Zudem gibt es Ergebnisse von einer ergänzenden Beprobung auch anderer Legehennenbetriebe in den drei Landkreisen: Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte per Erlass angeordnet, dass in ausgesuchten Ställen ab 3000 Tieren Proben zu nehmen sind. Bislang seien alle Proben negativ ausgefallen - es sei kein Fipronil nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg.

Auch von großen Eier-Packstellen in den Kreisen Cloppenburg, Oldenburg, Rotenburg/Wümme und Vechta sowie Eier-Verarbeitern wurden Proben genommen. "Unsere Mitarbeiter haben das ganze Wochenende über durchgearbeitet", sagte die Laves-Sprecherin. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Für den Landkreis Leer könne aber bereits Entwarnung gegeben werden: Dort seien keine weiteren Fipronil-Befunde festgestellt worden, sagte ein Kreis-Sprecher. 

Rätselraten

Rätselraten herrscht noch über eine Adresse in der Grafschaft Bentheim, die im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ein niederländisches Putz- und Desinfektionsunternehmen in dem Fipronil-Skandal an die deutschen Behörden mitgeteilt wurde. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hatte in dem Zusammenhang von einer "Briefkastenfirma" gesprochen. 

Die Adresse in Emlichheim sei überprüft worden und habe sich als "Postkasten" herausgestellt, sagte der Leiter des Kreisveterinäramtes Grafschaft Bentheim, Hermann Kramer. Über dieses Postfach wurden die Behörden zu einer Adresse im Nachbarlandkreis Emsland geführt. "Das hat zu einer Adresse in den Niederlanden geführt", sagte eine Sprecherin des Kreises Emsland. Die Ermittlungen laufen noch.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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