Brandanschlag auf Asylheim - Ein Beschuldigter ist Feuerwehrmann

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Einer der drei Verdächtigen, die den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf verübt haben sollen, ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Salzhemmendorf - Drei Verdächtige, einer von ihnen Feuerwehrmann, sitzen nach dem Brandanschlag von Salzhemmendorf wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie auf eigene Faust gehandelt haben.

Die mutmaßlichen Brandstifter von Salzhemmendorf (Kreis Hameln-Pyrmont) hatten nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft keine Hintermänner. Das Trio habe nach den bisherigen Ermittlungen auf eigene Rechnung gehandelt, teilte die Behörde am Montag in Hannover mit. „Es gibt keine Erkenntnisse, dass noch andere Personen in den Anschlag verwickelt gewesen sein könnten“, sagte Sprecherin Kathrin Söfker.

Einer der Verhafteten, ein 24-Jähriger, hatte bei den Löscharbeiten an der Unterkunft für Asylbewerber geholfen. Er ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Die beiden 24 und 30 Jahre alten Männer aus der Gemeinde im Weserbergland und eine 23 Jahre alte Frau aus der Region Hannover sitzen wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Sie sollen am Freitag einen Molotowcocktail in ein von 40 Menschen bewohntes Flüchtlingsheim geschleudert haben.

Der Brandsatz war in der Wohnung einer Frau aus Simbabwe gelandet, die mit drei Kindern im Nebenraum schlief. Die von einem Nachbarn alarmierte Feuerwehr konnte die Flammen löschen, bevor sie auf andere Räume übergriffen. Die Polizei in Hameln bekräftigte am Montag ihre Einschätzung, dass im Landkreis keine nennenswerte rechte Szene existiere. Nach Zahlen des Innenministeriums wurden im ersten Halbjahr 2015 im Kreisgebiet acht rechte Straftaten bekannt. In den Nachbarkreisen Northeim und Hildesheim wurden dagegen 20 beziehungsweise 27 Delikte registriert.

Der 24-Jährige war bereits in der Vergangenheit wegen politisch motivierter Taten, Körperverletzung und Sachbeschädigung aufgefallen. Er soll genauso wie der ebenfalls polizeibekannte 30-Jährige Kontakt zur rechten Szene haben. Alle drei Verdächtigen hätten sich zur Tat geäußert, sagte Söfker. Weitere Angaben machte sich mit Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht. Dass ein Tatverdächtiger Feuerwehrmann ist, habe das Entsetzen über die Tat noch vergrößert, sagte Bürgermeister Clemens Pommerening (parteilos). Der 24-Jährige sei vom Ortsbrandmeister umgehend beurlaubt worden.

Er war demnach nach strafrechtlich relevanten Vorfällen schon vor fünf Jahren aus der Feuerwehr ausgetreten. Vor etwa zwei Jahren habe der Mann dann um eine erneute Aufnahme gebeten. Ihm sei eine zweite Chance gewährt worden, hieß es weiter. Landkreis und die Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont kündigten am Montag an, das Thema Rechtsextremismus verstärkt thematisieren zu wollen. Noch im Herbst sei dazu eine Veranstaltung geplant. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie Bestrebungen zur rechten Unterwanderung erkannt werden können.
dpa

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