Nachbarn schreiten ein

„Fassungslos“: Frau will Krankenwagen im Einsatz umparken – weil im Weg

Mitten im Notfalleinsatzes will eine Frau einfach den Krankenwagen umparken – weil er ihr im Weg steht: Sie sei in Eile. Nun droht sogar eine Haftstrafe.

Karlsruhe – Weil sich eine Frau aus Karlsruhe von einem Krankenwagen im Einsatz blockiert gefühlt hatte, versuchte sie das Rettungsfahrzeug eigenständig umzuparken. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei in Karlsruhe. Mit dem Notfall hatte sie demnach nichts zu tun, nun suchen die Beamtinnen und Beamten der Polizei nach der Frau. Für die Tat könne sogar eine Haftstrafe im Gefängnis drohen, die beteiligten Sanitäterinnen und Sanitäter seien „einfach nur fassungslos“.

StadtKarlsruhe
Einwohner313.092
Fläche173,5 km²
Höhe115 m

Frau will Krankenwagen im Einsatz umparken, weil er ihr im Weg ist

Anke Röder war einer der behandelnden Notfallärztinnen bei diesem dreisten Vorfall. Sie ist über das dresite Geschehen „einfach nur fassungslos“. Die Notärztin erklärt: „Unser Wagen ist eine fahrende Intensivstation. Wenn wir kommen, ist tatsächlich Not am Mann.“ Die Sanitäterin wollte gerade mit der Behandlung des Patienten beginnen, als die Frau versuchte den Krankenwagen umzuparken: „Plötzlich hab ich ein Ruckeln am Fahrzeug bemerkt, das nicht vom Wind kommen konnte. Mir fiel auf, dass die Beifahrertür offen war.“

Während eines Rettungseinsatzes versuchte eine Frau einen Krankenwagen unerlaubt umzuparken.

Dieses Ruckeln sei die Frau gewesen, die nach dem Schlüssel des Fahrzeuges gesucht habe. Als ich sie angesprochen hab, ist sie direkt raus“, erklärt Röder. „Sie hat nur gesagt, dass sie in Eile ist und keine Zeit hat.“ Die Täterin wirkte auf Röder wie „ein ganz normaler Mensch“. Einsichtig habe sich die Frau allerdings keineswegs gezeigt: „Sie hat nur gesagt, dass sie in Eile ist und keine Zeit hat“, berichtet Röder. Auch bei einem Unfall in Worpswede mussten sich Einsatzkräfte mit einem Gaffer konfrontieren.

Frau will Krankenwagen umparken – Nachbarn schreiten ein

Die Aktion empfinde Röder als „distanzlos“. „Ich war perplex, was eine fremde Person in meinem Fahrzeug macht. Darin hat niemand außer uns was zu suchen“, so Röder. Auch aufmerksame Nachbarinnen und Nachbarn versuchten die Frau an der Tat zu hindern. Zudem hätten sie der Polizei Kennzeichen und Personenbeschreibung der Frau übermittelt, wie diese mitteilt.

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Die Polizei Karlsruhe erklärt: „Die Frau hat laut ihren Unmut über das Parkverhalten des Rettungswagens geäußert“. Nachdem ihr die Aktion nicht gelungen war, habe sie diesen „Unmut“ dann deutlich geäußert: „Die Frau ist dann laut schimpfend zu ihrem Auto zurückgelaufen und hat vergeblich versucht, an dem Rettungswagen vorbeizukommen.“ Auch auf der Autobahn versuchen Personen immer wieder am Einsatz zu hindern. Bei einem Unfall auf der A2 behinderten Gaffer die Einsatzkräfte*, bei einem tödlichen Unfall auf der A1 filmten Gaffer sogar das Unglück*.

Polizei Karlsruhe: Ermittlungen auf Hochtouren

Nun droht der dreisten Autofahrerin eine Strafe für das Betreten eines fremden Fahrzeuges und dem Behindern von Rettungskräften im Einsatz – sogar einer Haftstrafe könnte sie entgegenblicken. Noch sei die Frau nicht identifiziert, „aber die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“ Auch nach einem Notfall-Einsatz in einer Disco in Bremervörde ermittelte die Polizei gegen eine Frau, die Einsatzkräfte behindert hatte*. Nach einem Unfall in Bremervörde kamen Gaffer sogar vor Gericht*. In Delmenhorst nahm die Polizei einen Gaffer sogar in Gewahrsam*. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Boris Roessler

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