Mutter tötet bei Familiendrama erst Kinder und dann sich selbst

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In Hannover und in Gleidingen sind Leichen einer Familie entdeckt worden. Foto: Philipp von Ditfurth

Hannover - Bei dem Familiendrama in Hannover hat die Mutter erst die Kinder und dann sich selbst getötet. Ob sie auch für den Tod des Mannes verantwortlich ist, steht im Moment nicht fest. Das Paar hatte sich vor einiger Zeit getrennt.

Bei dem Familiendrama in Hannover mit vier Toten hat die Mutter nach den Ermittlungen der Polizei ihre beiden Kinder getötet und dann sich selbst. Der Familienvater starb nach den Ergebnissen einer Obduktion an Stichverletzungen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ob die Mutter zunächst den Vater tötete, steht im Moment nicht fest. Zu den Hintergründen des Familiendramas sagte die Polizei nichts. Das Paar lebte nach Angaben von Anwohnern seit einiger Zeit getrennt. Der Vater war am Dienstag erstochen in seinem Haus im Vorort Laatzen-Gleidingen entdeckt worden. Danach wurden auch Frau und Kinder tot in einer Wohnung in Hannover gefunden.

Wie die drei ums Leben kamen, teilte die Polizei nicht mit. Die Familie war erst vor zwei Jahren in den Klinkerbau in Gleidingen gezogen und hatte begonnen, das Haus zu renovieren, wie ein Nachbar am Mittwoch sagte. Auch nach der Trennung wurden die Kinder beim Vater gesehen. Nach Medienberichten soll es Streit über die Besuche der Kinder gegeben haben. Anwohner berichteten auch davon, dass die Frau längere Zeit krank war. Am Mittwoch lagen zwei Rosen vor der versiegelten Tür des Einfamilienhauses in Gleidingen, außerdem hatte jemand ein rotes Grablicht angezündet. Der 41-Jährige war am Dienstagnachmittag von seinen 62 und 63 Jahre alten Eltern entdeckt worden. Weil die ebenfalls in dem Haus gemeldete Ehefrau und die Kinder nicht dort angetroffen wurden, fuhren die Ermittler zu der ebenfalls der Familie gehörenden Wohnung im etwa 20 Kilometer entfernten Stadtteil Hannover-Linden. Dort fanden sie die Leichen der Frau und der beiden Kinder. Tödliche Familiendramen wie das in der Region Hannover werden aus Expertensicht oft durch eine konflikthafte Trennung der Eltern ausgelöst. Dies sagte die Rechtswissenschaftlerin Theresia Höynck von der Uni Kassel, die längere Zeit zu sogenannten erweiterten Suiziden geforscht hat. Meist seien Männer die Täter. Dass auch Frauen sich zusammen mit ihren Kindern umbrächten, sei eher selten der Fall, sagte Höynck der dpa.

Die Täter sind nach ihren Erkenntnissen in allen sozialen Schichten zu finden. Dies hänge mit dem Auslöser der Taten zusammen. „Das sind diese überhaupt nicht verarbeiteten Trennungen, die damit etwas zu tun haben, dass Menschen in ihrem Selbstbild, in ihrem Lebenssinn, in ihrer Fähigkeit, Konflikte adäquat zu lösen, völlig desorientiert werden und Sachen tun, die sie und andere ihnen niemals zugetraut hätten“, sagte Höynck

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