Wettbewerb im Bahnverkehr löst Ticket-Wirrwarr aus

Für die Regionalzüge der unterschiedlichen Bahnunternehmen gelten zwar einheitliche Tickets. Weil die Deutsche Bahn und ihre Wettbewerber aber um Provisionen für den gegenseitigen Verkauf buhlen, müssen Pendler zwischen verschiedenen Schaltern und Automaten wählen.

Wegen der Vergabe regionaler Bahnstrecken an Wettbewerber schließt die Deutsche Bahn zum Jahresende ihre Fahrkartenschalter in Papenburg, Meppen, Lingen, Peine und Gifhorn. Den Verkauf von Nahverkehrsfahrscheinen für Niedersachsen organisieren dort künftig die Westfalenbahn und die Metronom-Gesellschaft mit eigenen Schaltern, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag mit.

Alleine für den Verkauf von Fernverkehrsfahrkarten lohnten sich separate DB-Reisezentren in den Orten nicht mehr. Dafür werden eigens DB-Fahrkartenautomaten aufgestellt, an denen nach den Wettbewerbsregeln keine Nahverkehrsfahrkarten für Niedersachsen, wohl aber in benachbarte Bundesländer verkauft werden dürfen, erklärte die Bahn. Bahnkunden stehen künftig in den Orten ein Schalter sowie ein Automat für den Regionalverkehr in Niedersachsen sowie ein Automat für den Fernverkehr und für Fahrten mit dem Regionalzug in andere Bundesländer zur Verfügung. Verhandlungen darüber, dass die DB oder der Wettbewerber an den Orten den gesamten Fahrkartenverkauf in die Hand nimmt, waren an unterschiedlichen Provisionsvorstellungen gescheitert.

Kritik an der Schließung der DB-Fahrgastzentren kommt von den Bürgermeistern in Meppen, Lingen und Papenburg. „Wir kritisieren diese Entwicklung aufs Schärfste“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Insbesondere für die ältere Generation, aber auch für die Reisenden, die nur selten mit der Bahn unterwegs sind, sei ein persönlicher Ansprechpartner vor Ort immens wichtig. Gerade in den stärker frequentierten Städten fange komfortables Bahnreisen bereits beim Ticketkauf an. Die Fahrkartenautomaten sollten lediglich ein ergänzendes Serviceangebot sein. Die Bahn stellt indes bundesweit fest, dass der Verkauf am Schalter zurückgeht, weil Reisende sich ihr Ticket zunehmend online besorgen.

Aus Uneinigkeit über die Provision, die die Deutsche Bahn für den Verkauf von Fahrkarten verlangt, hatte die Metronom-Bahngesellschaft bereits von viereinhalb Jahren mit dem Fahrkartenverkauf an eigenen Schaltern und Automaten begonnen.

dpa

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