Tonaufnahme führt zu erstem Hinweis

Fahndung nach Bombendrohung gegen Karstadt in Braunschweig

Braunschweig - Nach einer Bombendrohung gegen Karstadt in Braunschweig fahndet die Polizei mit der Stimme nach dem unbekannten Anrufer.

Die Tonbandaufnahme sei auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht zur öffentlichen Fahndung freigeben, teilte die Polizei am Mittwoch mit. „Wir haben eine Bombe versteckt, geht im zweiten Stock um 19 Uhr hoch“, droht der Anrufer in dem sechssekündigen Mitschnitt, den die Polizei auf ihrer Internetseite hochgeladen hat.

„Mit der Stimme nach dem Täter zu suchen, ist schon sehr ungewöhnlich“, sagte Polizeisprecher Joachim Grande. Das liege ganz einfach daran, dass es oft keinen Mitschnitt solcher Anrufe gebe. In diesem Fall habe das Unternehmen die Aufzeichnung aber übermittelt und Grande geht davon aus, dass das Telefonat rechtmäßig mitgeschnitten wurde. „Sonst hätte der zuständige Richter den Ton sicher nicht als öffentliches Fahndungsmittel freigeben“, sagte Grande. Er räumte ein, dass die Stimme wohl die letzte Chance auf Hinweise zu dem Anrufer ist. „Alle anderen Ermittlungsansätze sind ausgeschöpft“.

Erster Hinweis bereits eingegangen

Nach der Veröffentlichung am Mittwoch sei am Nachmittag tatsächlich ein erster Hinweis bei der Polizei in Braunschweig eingegangen. Dieser werde derzeit geprüft, sagte Grande. Trotz vieler Hintergrundgeräusche sei die Aufnahme so deutlich, dass ein Anrufer aus der Region vermutet werde.

Nach bisherigen Ermittlungen hat der Unbekannte am Nachmittag des 28. April mit dem Anruf von einer Telefonsäule in der Innenstadt mit der Explosion gedroht. Alle drei Braunschweiger Karstadt-Filialen wurden daraufhin evakuiert. Durchsuchungen ergaben aber keine Hinweise auf Sprengstoff. Auch Zeugenaufrufe brachten die Ermittler bisher nicht weiter.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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