Foto stammt aus automatischer Wildkamera eines Jägers

Experte: Wolf im Harz nachgewiesen

Ballenstedt - Erstmals seit langer Zeit ist im Harz nach Einschätzung eines Experten ein Wolf nachgewiesen worden. Eine Wildkamera habe das Tier vor einigen Wochen bei Ballenstedt in Sachsen-Anhalt fotografiert, sagte Martin Trost vom Landesamt für Umweltschutz in Halle am Donnerstag.

Das Bild zeige tatsächlich einen Wolf und sei der erste Nachweis in der Region seit etwa 200 Jahren. Es habe immer wieder Hinweise auf Wölfe gegeben, die aber nicht zweifelsfrei hätten bestätigt werden können, sagte Trost. "Die Verwechslungsgefahr mit Hunden ist groß."

Es gebe mehrere Merkmale, an denen man Wölfe erkenne, etwa Kopfform, Fellzeichnung und Statur. In diesem Fall sei es ein sicherer Nachweis, sagte er. "Es war lange damit zu rechnen, dass Wölfe in den Harz kommen", erklärte Trost. "Das war eine Frage der Zeit." Ob sich das Tier niedergelassen habe oder nur durchgezogen sei, sei bislang unklar. "Das können wir alles noch nicht sagen", sagte er.

Zuvor hatten "Mitteldeutsche Zeitung" und "Goslarsche Zeitung" über den Fall berichtet. Auch Ole Anders vom Nationalpark Harz erkennt auf dem Foto einen Wolf. Der Kreisjägermeister habe zudem geprüft, ob das Bild wirklich an genannter Stelle gemacht wurde. Das Foto stammt laut Behörde aus der automatischen Wildkamera eines Jägers. Die Geräte reagieren auf Bewegung oder Wärme. Sie werden eingesetzt, um Tiere im Wald im Blick zu behalten. Mit solchen Fotofallen hat Anders zuletzt nach Luchsen im Harz in Niedersachsen Ausschau gehalten.

Wölfe breiten sich im Bundesgebiet seit einigen Jahren wieder aus, nachdem sie zuvor seit Mitte des 19. Jahrhunderts komplett verschwunden gewesen waren. Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF leben rund 10.000 Wölfe in Europa, Russland nicht mitbetrachtet.

dpa

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