Update: Neue Verhandlungen am Dienstag

Bahnstreik beendet - Ganztägig Einschränkungen - Tipps für Reisende

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Der Streik der Eisenbahner-Gewerkschaft EVG am Montagmorgen hat massive Auswirkungen.

Hannover/Bremen - Der von der Gewerkschaft EVG angekündigte Warnstreik hat am Montagmorgen den kompletten Fernverkehr bundesweit lahm gelegt. Die Auswirkungen auf den Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen waren vergleichsweise gering.

Update 14.50 Uhr: Der Regio- und S-Bahn-Verkehr laufe wieder, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn in Hamburg. Probleme gibt es noch immer bei den Fernzügen, vor allem aus und in Richtung Nordrhein-Westfalen und Bayern. 

Update 13.55 Uhr: Agenturmeldungen zufolge steht vorerst kein weiterer Warnstreik an. Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG wollen sich am Dienstagnachmittag wieder zu Verhandlungen treffen. 

„Die Wucht des Warnstreiks hat gezeigt, wie groß der Unmut der Kolleginnen und Kollegen ist“, resümierte Torsten Westphal, der Bundesgeschäftsführer der EVG. Mehr als 1400 Züge, darunter auch Güterverkehrszüge, waren nach Angaben der Bahn von den Auswirkungen des Streiks betroffen.

Update 9.40 Uhr: Alle Züge des Metronom, Erixx und Enno sollen wieder fahren. Es könne aber noch „bis zum frühen Nachmittag zu Verspätungen und Störungen auf allen Strecken kommen“, meldet ein Sprecher.

Update 9.15 Uhr: Der Regionalverkehr und die S-Bahn in Hannover sollen wieder anrollen.

Update 9 Uhr: Offiziell soll der Streik jetzt beendet sein. Die Bahn meldet, es müsse „noch während des gesamten Tages mit massiven Einschränkungen gerechnet werden“. Beim Wiederanlaufen des Verkehrs konzentriere man sich auf die „hoch frequentierten Strecken und Knoten“, um möglichst viele Reisende an ihr Ziel zu befördern. 

Alle Züge und auch das Personal wieder an die richtigen Einsatzorten zu bringen, würde „noch etliche Stunden in Anspruch nehmen“. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr soll es schneller gehen.

Reisende können sich auf www.bahn.de über die aktuellen Fahrpläne informieren, allerdings wirkt sich auch dort der Streik aus: Man bitte „um Verständnis, dass zum Beispiel in den Auskunftssystemen der aktuelle Fahrplan nicht überall dargestellt werden kann“, sagt Konzernsprecher Achim Stauß.

Update 8.15 Uhr: Der Streik wirkt sich nun auch auf den Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen aus. Einer Mitteilung des Pressesprechers des Metronom zufolge können die Bahnhöfe Bremen, Hannover, Göttingen und Eschede derzeit nicht mehr angefahren werden. Das bedeutet für die Linien des Metronom:

RE4 / RB41 (Hamburg-Rotenburg-Bremen): Die Teilstrecke Sagehorn-Bremen kann nicht befahren werden. Teilstrecke Sagehorn-Hamburg kann mit Einschränkungen befahren werden. 

RE2 (Uelzen-Hannover-Göttingen): Die Teilstrecke Eschede-Hannover kann nicht befahren werden. Die Teilstrecke Hannover – Banteln kann nicht befahren werden. Züge fahren zwischen Banteln und Göttingen unregelmäßig. Die Teilstrecke Uelzen-Eschede kann befahren werden. 

Busse für einen Ersatzverkehr seien „im Moment landesweit leider nicht zu bekommen“, meldet der Sprecher.

Auch der S-Bahn-Verkehr in Hannover ist eingestellt worden.

Tickets können gratis zurückgegeben werden

Nachdem die Deutsche Bahn bereits am Sonntagabend vor Einschränkungen gewarnt hatte, meldete sie um 6.15 Uhr am Montagmorgen: „Aktuell ist der Fernverkehr bis voraussichtlich 9 Uhr eingestellt.“ Auch im Verlauf des Tages sei „mit erheblichen Beeinträchtigungen“ zu rechnen. 

Wer könne, solle seine Reise auf Dienstag verschieben, Tickets behielten noch bis einschließlich Sonntag, 16. Dezember, ihre Gültigkeit. Wer seine Fahrt gar nicht antreten kann, kann sich das Ticket kostenlos erstatten lassen (Link zum Online-Formular). Infos für Reisende gibt es hier.

Auf der Webseite der streikenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) heißt es am Montagmorgen, die Betriebszentralen Bremen, Kiel, Braunschweig Fallersleben, Hannover, Celle Lüneburg streikten. Der EVG-Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal erklärte: „Wir kehren an den Verhandlungstisch zurück, wenn die DB AG deutlich macht, ernsthaft mit uns verhandeln zu wollen.“

Der Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen ist kaum betroffen, Ausnahme ist laut Mitteilung der Bahn die Strecke Hamburg–Harburg–Cuxhaven. Wer aktuell von Bremen nach Hannover, Osnabrück oder Hamburg fahren möchte, kann statt IC oder ICE den Regionalverkehr der Deutschen Bahn nutzen. 

Auch der Metronom verkehrt wie gewohnt - auf der Webseite heißt es bereits seit Sonntagabend: „Vom angekündigten Warnstreik der EVG ist der metronom nicht betroffen.“

Schwerpunkte im Südwesten und Nordrhein-Westfalen 

In verschiedenen Bundesländern war zudem der Regionalverkehr von den Streiks betroffen. Von Nürnberg aus etwa gebe aus keine Fahrten in Richtung Würzburg, München oder Berlin, teilte die Bahn mit. Auch im Südwesten sollte es zu besonders starken Einschränkungen kommen. In Berlin sollten ab 6 Uhr alle S-Bahnen ausfallen, hieß es von der Deutschen Bahn. Weitere Regionen würden voraussichtlich noch hinzukommen. 

Diese Störungskarte hat die Bahn gegen 7.30 Uhr veröffentlicht.

Der Grund des Warnstreiks: Die Gewerkschaft will im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen durchsetzen. Am Samstag hatte die EVG die Verhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte abgebrochen. Bei der Lohnerhöhung war der Konzern der Gewerkschaft aus deren Sicht nicht weit genug entgegengekommen.

kab/dpa

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