400 000 Euro zweckentfremdet - Ermittlungen gegen Forscher

Rund 400000 Euro sollen die 14 Forscher veruntreut haben.

Göttingen - Forscher der Universität Göttingen stehen im Verdacht der Untreue oder des Betruges. Sie sollen Fördergeld der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zweckwidrig eingesetzt haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen am Mittwoch und bestätigte Medienberichte.

Es handele sich um etwa 400 000 Euro. Außerdem sollen die Wissenschaftler Gelder für Publikationen beantragt haben, die noch nicht existierten. Gegen 14 Forscher wurden strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Verdächtigen gehören zum Sonderforschungsbereich (SFB) 552 „Stabilität von Randzonen tropischer Regenwälder in Indonesien“. Dieser hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil Mitglieder bei der Beantragung von DFG-Forschungsmitteln falsche Angaben zu Publikationen gemacht hatten. Sie hatten angegeben, dass noch nicht fertiggestellte Arbeiten bereits abgeschlossen oder sogar schon bei wissenschaftlichen Journalen zur Veröffentlichung eingereicht worden seien.

Der offizielle Prüfbericht der DFG sei Anlass für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, sagte deren Sprecher Hans Hugo Heimgärtner. Dem Bericht zufolge sollen die Forscher in den Jahren 2005 bis 2008 Fördergelder, die für wissenschaftliche Studien bestimmt waren, für Personal und Sachmittel ausgegeben haben. Hinweise darauf, dass einer der Wissenschaftler Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet haben könnte, gebe es nicht.

Als Konsequenz aus den Vorwürfen hatte die DFG Ende 2009 zwei Forscher für drei Jahre von allen Tätigkeiten in den Gremien der Forschungsgemeinschaft ausgeschlossen. Drei Wissenschaftler erhielten schriftliche Rügen, bei acht weiteren stellte die DFG ein wissenschaftliches Fehlverhalten fest, ergriff jedoch keine weiteren Maßnahmen.

Außer der Staatsanwaltschaft ermittelt auch die Universität gegen die Forscher. Die Disziplinarverfahren seien aber noch nicht abgeschlossen, sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

dpa

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