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9-Euro-Ticket: Hier gibt es wieder volle Züge am Wochenende

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Von: Marcel Prigge

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Ein mit Menschen gefüllter Bahnsteig
Die Züge in Niedersachsen werden auch an diesem Wochenende aufgrund des 9-Euro-Tickets voll werden. Das erwarten zumindest die Niedersächsischen Bahnunternehmen. (Symbolbild) © Arnulf Hettrich/Imago

Überlastete Züge und volle Bahnsteige erwarten die Bahnunternehmen in Niedersachsen für dieses Wochenende. Der Grund dafür ist nach Angaben der Unternehmen das frühsommerliche Wetter und natürlich das 9-Euro-Ticket.

Hannover/Bremen/Hamburg – Das angenehme Frühsommer-Wetter hält an und lockt weiterhin Menschen zu Kurztrips und Reisen mit den Zügen und Bahnen. Dass es dabei unangenehm voll in den Wagons werden kann, zeigte bereits das Aufkommen der Reisenden wegen des 9-Euro-Tickets an den Bahnhöfen über Pfingsten. Und auch für dieses Wochenende von Freitag, 10. Juni 2022, bis Sonntag, 12. Juni 2022, erwarten die Bahnunternehmen in Niedersachsen volle Züge.

9-Euro-Ticket: Erneut volle Züge am Wochenende in Niedersachsen

In den Regionalbahnen in Niedersachsen und Bremen könnte es wegen des 9-Euro-Tickets aus dem Entlastungspaket 2022 am Wochenende wieder voller werden als üblich. Das befürchten die Bahnunternehmen in Niedersachsen. Vor allem entlang touristischer Strecken könne es ein höheres Fahrgastaufkommen geben. „Das wird aber auch wetterabhängig sein“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn gegenüber der dpa. Reisenden empfiehlt die Bahn, sich vorab über die Auslastung zu informieren und gegebenenfalls auf eine weniger nachgefragte Verbindung auszuweichen.

9-Euro-Ticket und das Pfingstwochenende: Schlechte Erfahrungen für Reisende und Unternehmen

Schlechte Erfahrungen haben nicht nur Bahnreisende über das Pfingstwochenende sammeln können. Auch für die Bahnunternehmen war das lange Wochenende über Pfingsten in Kombination mit dem 9-Euro-Ticket eine Herausforderung. Über Pfingsten hatte Metronom wegen des 9-Euro-Tickets bereits eine Fahrradmitnahme einschränken müssen. Die Züge waren zum Teil so voll, dass in Einzelfällen selbst Fahrgäste nicht mehr mitgenommen werden konnten.

Wenn wir vor der Wahl stehen, ob wir Menschen oder Fahrräder mitnehmen, dann gehen Menschen vor.

Miriam Fehsenfeld, Sprecherin des Eisenbahnverkehrsunternehmens Metronom

Nun sollen künftig an allen Wochenenden eine Fahrradmitnahme nicht möglich sein. Betroffen davon sind die Strecken Hamburg-Uelzen, Bremen-Hamburg und Göttingen-Hannover-Uelzen. „Wir gehen davon aus, dass die Züge insbesondere an den Wochenenden weiterhin sehr voll sein werden“, sagte Miriam Fehsenfeld, Sprecherin des Eisenbahnverkehrsunternehmens Metronom. Natürlich seien die Einschränkungen für Ausflügler schade. „Aber wenn wir vor der Wahl stehen, ob wir Menschen oder Fahrräder mitnehmen, dann gehen Menschen vor.“

Fahrräder verboten: Auf welchen Linien dürfen keine Räder mehr mitgenommen werden?

An allen Wochenenden von Freitag, 15.00 Uhr, bis Sonntag, 22.00 Uhr:

RE4 /RB 41 Bremen und Hamburg

RE2 Göttingen über Hannover nach Uelzen

Volle Züge in Niedersachsen: Nordwestbahn beobachtet Situation mit dem 9-Euro-Ticket

Auch die Nordwestbahn (NWB) erklärte, dass das 9-Euro-Ticket sehr gut angenommen werde. Man fühle sich nach dem Pfingstwochenende in der Annahme bestätigt, dass es zu sehr vollen Zügen komme und nicht alle Reisenden immer die gewünschte Verbindung nutzen können. Die Landesverkehrsgesellschaft Niedersachsen appellierte bereits im Vorfeld an die Reisenden, ihre Räder zu Hause zu lassen. Vonseiten der NWB heißt es auch, dass gerade Reisen mit dem Fahrrad nur bedingt möglich seien und im Zweifel schon am Bahnsteig enden. Ob es auch auf den Linien der NWB könnte es zu einem Verbot der Fahrradmitnahme kommen kann, ist derzeit unklar. Das Verkehrsunternehmen beobachte die Lage sehr genau, heißt es.

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Über Pfingsten waren vor allem die Verbindungen von und zur Nordseeküste stark nachgefragt, insbesondere die Strecken Hannover-Norddeich und Osnabrück-Bremen sowie von Osnabrück und Hannover nach Bremerhaven.

9-Euro-Ticket und volle Bahnen: Positive Zwischenbilanz von Pro Bahn

Neben 43 Prozent der Bundesbürger zeiht auch der Fahrgastverband Pro Bahn in Südniedersachsen eine positive Zwischenbilanz für das 9-Euro-Ticket. „Es gibt erstaunlich viele Menschen, die sich nach jahrelanger Pause erstmals wieder öffentlichen Verkehrsmitteln zuwenden“, sagte der Regionalvorsitzende Gerd Aschoff gegenüber der dpa. Wer Ziele abseits der großen Verkehrsströme ansteuere, könne mit dem Ticket viele angenehme Fahrten erleben.

Es gibt erstaunlich viele Menschen, die sich nach jahrelanger Pause erstmals wieder öffentlichen Verkehrsmitteln zuwenden.

Gerd Aschoff, Regionalvorsitzender der Pro Bahn in Südniedersachsen

Nur wie soll es nach dem Ende des 9-Euro-Tickets weitergehen? Hannovers Regionspräsident Steffen Krach warf diese Frage auf. „Wenn wir wirklich eine Mobilitätswende schaffen wollen, gehört dazu auch ein für alle Menschen bezahlbarer ÖPNV – und dies nicht nur für drei Monate“, sagte Krach am Freitag. Auch die Linke fordert einen ganzjährigen, billigen Nahverkehr. Angesichts der steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten sollte es auch weiterhin einen Anreiz zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr geben. Der Bund müsse dafür den öffentlichen Nahverkehr auch in Zukunft finanziell unterstützen. Alleine in der Region Hannover seien seit Beginn der Aktion mehr als 216.000 Tickets verkauft worden. Ob das 9-Euro-Ticket am 31. August wirklich ausläuft, obwohl immer mehr Rufe nach einer Verlängerung laut werden, ist noch unklar. (mit Material der dpa)

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