Kommentar

Euro 2021: Die Schande der UEFA – Menschenleben egal, Hauptsache Kohle

Zu sehen ist ein lachender UEFA-Präsident Aleksander Čeferin. Neben ihm das Logo der EM 2021 platziert, daneben ein Daumen, der nach unten zeigt. Im Hintergrund ist das Logo der UEFA zu sehen.
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UEFA-Präsident Aleksander Čeferin steht stellvertretend für den Irrsinn, den der europäische Fußballverband mit der EM 2021 veranstaltet. (kreiszeitung.de-Montage)

Fußballer Christian Eriksen bricht zusammen, Regenbogenflagge oder nicht – die EM 2021 bietet viele Diskussionsthemen. Schuld daran ist die UEFA. Ein Kommentar.

Nyon (Schweiz) – Die UEFA hat versagt, in jeglicher Hinsicht. Abseits des sportlichen Werts der EM 2021 bleibt ein fader Beigeschmack, der aus den verschiedensten Gründen resultiert. Die „Union of European Football Association“ hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass ihr nur das Geld wichtig ist. Dafür werden sogar Menschenleben bewusst in Kauf genommen.

Fußballverband:UEFA
Mitglieder:55 Nationalverbände
Hauptsitz:Nyon, Schweiz
Präsident:Aleksander Čeferin
Generalsekretär:Theodore Theodoridis
Gründung:15. Juni 1954, Basel, Schweiz

EM 2021: Fußballturnier wird zur Machtdemonstration der UEFA – Versagen auf allen Ebenen

Fußballturniere, egal ob EM oder WM, bringen seit rund 90 Jahren Menschen aus den verschiedensten Nationen zusammen. Die schönste Nebensache der Welt vereint. Triumphe und Trauer liegen hier oft nah beisammen und zeigen den wahren Charakter der Fans. Trost spenden? Kein Problem. Im Moment des Sieges gegen den Rivalen Demut zeigen und mit dem Nebenmann mitfühlen? Eine Selbstverständlichkeit.

Werte, die bei der UEFA fehl am Platz sind. Mit der EM 2021 stellt sich der europäische Fußballverband endgültig ins Aus. Rote Karte für die alten, weißen Männer rund um Präsident Aleksander Čeferin. Warum? Weil die Außendarstellung nicht katastrophaler, menschenverachtender und ignoranter sein könnte. Bestes Beispiel hierfür ist der Zusammenbruch vom Dänen Christian Eriksen* im Gruppenspiel gegen Finnland.

Dänemark-Star Christian Eriksen kämpft um sein Leben – und die UEFA hält mit der Kamera drauf

Minutenlang musste um das Leben von Eriksen gebangt werden. Und was macht die UEFA? Hält mit der Kamera voll drauf. Quote durch vermeintliche Tote? Für die UEFA ein probates Mittel. Dass die Partie nach rund zweistündiger Unterbrechung fortgesetzt wurde, ist ein handfester Skandal. Alternativ hätte am Folgetag um 12:00 Uhr mittags gespielt werden müssen.

Eine mehrtägige Pause, um beiden Mannschaften genug Zeit zu geben, das dramatische Ereignis mental zu verarbeiten? Reine Wunschvorstellung. Die UEFA achtet auf ihren strikten Spielplan, Flexibilität bleibt für den europäischen Fußballverband ein Fremdwort aus dem Duden.

LGBTQ-Akzeptanz, Offenheit, Regenbogenflagge als Symbol – nur Fremdwörter für die UEFA

Ihre aus der Zeit gefallene Engstirnigkeit sollte die UEFA aber auch noch unter Beweis stellen. Es kann nur mit kollektivem Kopfschütteln auf das Verbot des europäischen Fußballverbands reagiert werden, die Allianz Arena in München nicht in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen*. Es wäre ein Statement für die LGBTQ-Community und all ihrer Sympathisanten gewesen.

Vor allem wäre es aber ein symbolträchtiges Zeichen hinsichtlich der viel beschworenen Weltoffenheit gewesen, auf welche die UEFA angeblich so sehr bedacht ist. Sport und Politik sollen sich in diesem Fall nicht vermengen – meint die UEFA. Heißt übersetzt: Diskriminierung wird still schweigend hingenommen, der Begriff „Toleranz“ bleibt nur fadenscheinige Heuchlerei.

Corona-Regeln und Hygienkonzept bei der EM 2021: UEFA mehr ignorant als konsequent

Der kleine Mann, die kleine Frau? Existieren de facto nicht in den Augen der UEFA. Auf Anweisung des europäischen Fußballverbandes wird einem dänischen Fan im Viertelfinalspiel gegen Tschechien eine Regenbogenflagge entwendet. Angeblich, weil der Mann zu betrunken gewesen ist. Oder hat sich nur die UEFA einen Schnaps der obersten Preisklasse zu viel genehmigt?

Beschwipst lässt es sich natürlich auch über ein Hygienekonzept und Corona-Regeln hinwegsehen, die mehr Lücken aufweisen als die deutsche Mannschaft in der Rückwärtsbewegung. Austragungsstätten entwickeln sich zu Corona-Hotspots, Fans liegen sich bei geringstem Abstand in den Armen und die Schutzmaske kitzelt bestenfalls die Nasenhaare. 25.000 Neuinfektionen durch eine Partie in St. Petersburg? Wird von der UEFA nicht registriert, schon gar nicht kommentiert.

40.000 Menschen zur EM 2021 im Wembley-Stadion –als hätte die Corona-Pandemie nie existiert

Es gleicht einer Ignoranz, die eigentlich kaum verwundert: Die UEFA will mit der EM 2021 das Bild einer heilen Fußballwelt skizzieren. Wo das „normale“ Leben nach und nach wieder zurückkehrt, muss es bei der UEFA deutlich schneller gehen. Stillstand ist Rückschritt, Zeit ist Geld und davon können die Anzugträger im europäischen Fußballverband natürlich nicht genug haben.

Was wohl die Angehörigen von Menschen denken, die an Corona verstorben sind? Volle Stadien in Großbritannien trotz Delta-Variante*, Masken nur zur Zierde, Corona-Infektionen billigend in Kauf nehmen? Unverständnis ist mehr als angebracht. Wenn SPD-Mediziner Karl Lauterbach davon spricht, dass die UEFA „für den Tod von vielen Menschen verantwortlich“ ist, mag das hart klingen.

Trauerspiel geht weiter: Nach EM-Schande der UEFA folgt FIFA WM 2022 im Unrechtstaat Katar

Letztendlich entspricht es aber der Realität. Wie die hohen Tiere der UEFA mit diesem Wissen umgehen? Nun, beim nächsten Sektempfang ein paar Tränen vergießen und schon ist jeder Beteiligte wieder mit sich im Reinen. Was am Ende bleibt? Eine Schande, die sich bedauerlicherweise 2022 fortsetzt. Dann wird die WM im Unrechtsstaat Katar ausgetragen. Den Weg dahin pflastern die Leichen der verstorbenen Bauarbeiter im Wüstenstaat.

Gut für die UEFA: Für die Ausrichtung von Weltmeisterschaften zeichnet immer noch der Fußball-Weltverband FIFA verantwortlich. Gesprächsthema muss die UEFA aber zweifelsohne bleiben. Um an den Pranger zu stellen, wer für den finanziellen Gewinn Menschenleben hinten anstellt. Denn das ist ausschließlich bestialisch und gehört bestraft. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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