Niedersächsin Letzte beim ESC

Begeisterung und Enttäuschung in Jamie-Lees Heimat

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In einem Gasthaus in Bennigsenwurde das Voting und die Punktvergabe für die deutsche Kandidatin Jamie-Lee verfolgt.

Bennigsen - Die Bennigser haben Jamie-Lee gefeiert und die Daumen gedrückt. Dass sie beim Eurovision Song Contest den letzten Platz belegt hat, können die Menschen im Heimatort der 18-Jährigen nicht verstehen.

Am Ende ist die Enttäuschung groß: Jamie-Lee Kriewitz belegt den letzten Platz beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm. In ihrem Heimatort Bennigsen bei Hannover ist die Stimmung niedergeschlagen. Bei der Punktevergabe schütteln viele Besucher nur noch den Kopf und können es nicht glauben - nur elf Punkte. Im Gasthof Schwägermann waren Familie, Freunde, Fans und Wegbegleiter zusammengekommen, um beim Public Viewing den Auftritt der 18-Jährigen zu sehen.

Hier war die Stimmung in Bennigsen noch gut.

Alles fing gut an: Gastwirt Stefan Schwägermann hatte die Räume für das Groß-Ereignis extra mit Fahnen geschmückt. Der Jugendchor "Joyful Noise", in dem Jamie-Lee seit sechs Jahren singt, gibt ein kurzes Konzert, Musiker und Moderator Spax führt durch das Programm. Bei Currywurst, Spareribs und veganem Gyros - Jamie-Lee ist Veganerin - verfolgen die Besucher den ESC auf einer Großbildleinwand und mehreren Screens. Die Menschen drücken der jungen Bennigserin die Daumen und warten gespannt auf ihren Einsatz.

Als Jamie-Lee auf Startplatz zehn für Deutschland auftritt, jubeln die rund 500 Besucher im Saal. Sie springen von ihren Plätzen auf, es gibt tosenden Applaus und "Jamie, Jamie"-Rufe. Viele singen mit, einige tanzen. "Das war super gut, ich muss sie bewundern, dass sie das so hingekriegt hat. Sie ist ja erst 18 Jahre alt, und sie hat keine musikalische Ausbildung", sagt Barbara Ewald-Mehl, die Großmutter von Jamie-Lee. Sie habe nicht gemerkt, dass Jamie-Lee aufgeregt war, bei ihrem Auftritt sei sie ganz relaxed gewesen.

Auch die Mitsreiter aus dem Jugendchor "Joyful Noise" sind euphorisch. "Das war wunderschön, ich bin begeistert", sagt Yasmin Pantel. Seit fünf Jahren singt sie mit Jamie-Lee im Chor. "Am Anfang war Jamie aufgeregt, aber dann hat sie das super gemacht", erklärt Yasmin. Ilka Schwerdtfeger, zweite Chorleiterin, ist sehr zufrieden mit dem Auftritt ihres Schützlings: "Sie war klasse, als sie auf der Bühne stand, war sie da und hatte einfach Spaß am Singen."

Doch nun heißt es abwarten: Was zeigen die anderen Teilnehmer? Wie werden die Länder den Auftritt der Bennigserin bewerten? "Das ist schon alles aufregend, da geht der Puls schneller", sagt Jamie-Lees Großmutter. Sie ist stolz auf ihre Enkeltochter. Himmelfahrt sei Jamie-Lee kurz zu Hause gewesen, einen Tag später dann nach Stockholm geflogen.

Ernüchterung: Die Ukraine gewinnt den ESC mit 534 Punkten, für Jamie-Lee gibt es gerade einmal elf Punkte und somit den letzten Platz für Deutschland. "Auch wenn es ein trauriges Ergebnis ist: Die Performance war klasse, Jamie-Lee war authentisch", sagt Moderator Spax. Musik könne man nicht bewerten, meint er.

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