„Fühlende Lebewesen“ statt Gegenstände

Erstes Land erklärt Haustiere zu Familienmitgliedern – Gesetz geändert

In Spanien sind Haustiere ab sofort Familienmitglieder. Sie gelten rechtlich nicht mehr als Gegenstände, sondern als „fühlende Lebewesen“.

Madrid – Die spanische Regierung hat zu Beginn des Jahres das Gesetz geändert, seit dem 5. Januar sind Haustiere keine Objekte mehr, sondern „fühlende Lebewesen“. Demnach seien Haustiere vor dem Gesetz ab sofort vollwertige Familienmitglieder. Das Kabinett Sánchez II um Ministerpräsident Pedro Sánchez hat dafür das Bürgerliche Gesetzbuch geändert. Eine Beschränkung auf eine bestimmte Tierart gebe es dabei nicht.

Land Spanien
Einwohner47,35 Millionen
Fläche505.970 km²
HauptstadtMadrid

Spanien ändert Tierschutzgesetz: Haustiere sind jetzt Familienmitglieder

Für Spanierinnen und Spanier bedeutet die Gesetzesänderung auch, dass für Tiere nun auch das „Sorgerecht“ gilt. Im Falle einer Trennung der Besitzerinnen und Besitzer könne das Sorgerecht entweder auf eine Person oder auf beide aufgeteilt werden. Gerichtlich könne dann auch entschieden werden, wer die Kosten für das Haustier übernehmen muss. Haustiere können außerdem nicht mehr vererbt werden. Vor dem neuen Gesetz war es darüber hinaus noch möglich, Haustiere in Hypotheken aufzunehmen. Mit der Anpassung ist das Geschichte.

Neues Tiergesetz in Spanien: Tiere sind nun Lebewesen statt Objekte – auch rechtlich

Im Falle von Gewalt gegen Haustiere werden Tiere nun auch vollwertig als Lebewesen und nicht mehr als Gegenstände betrachtet. Somit werden sie auch Opfer von häuslicher Gewalt anerkannt. Für Tierquälerei jeder Form gibt es dank des neuen Gesetzes deutlich härtere Strafen für Täterinnen und Täter. Auch in anderen Ländern gibt es strenge Strafen, beispielsweise in Großbritannien müssen Tierbesitzer mit bis zu 20.000 Euro Strafe rechnen, wenn sie ihre Haustiere vegan ernähren*. Kurios: In Deutschland dürfen Katzen von Jägerinnen und Jägern per Gesetz geschossen werden, wenn diese zu weit von ihren Wohnhäusern entfernt seien.

In Spanien sind Tiere ab sofort Familienmitglieder.

Neues Tierschutzgesetz in Spanien: Gewalt und Aussetzen wird jetzt deutlich härter bestraft

Wer ein Tier in Spanien beispielsweise auf der Straße findet, muss es zu den Eigentümerinnen und Eigentümern zurückbringen, falls dieser ausfindig gemacht werden könne. Falls nicht, müsse das Tier dennoch den Behörden gemeldet werden. Falls jedoch Anzeichen auf Misshandlung der Tiere bestehe, müsste das Haustier nicht unmittelbar zu den Besitzerinnen und Besitzern zurückgebracht werden. Wie ein Gegenstand einfach behalten darf man es jedenfalls nicht einfach.

Neues Tierschutzgesetz „nur ein erster Schritt“

Doch das neue Gesetz solle laut Regierung „nur ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Tierwohl sein“. Das spanische Tierschutzgesetz werde rundum erneuert, die Planungen dafür würden bereits auf Hochtouren laufen. Im Zuge der Gesetzesänderung sei auch wieder eine Debatte über Billigfleisch in Spanien hochgekocht. Der Konsumminister Alberto Garzón hatte sich zuvor über die schlechten Bedingungen der Massentierhaltung und ihrem negativen Einfluss auf Gesundheit, Umwelt und Tierwohl geäußert. In Deutschland hat zuletzt Cem Özdemir die Debatte um Billigfleisch neu angestoßen.

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Tierschutzgesetz in Deutschland: Wie ist die rechtliche Lage bei Haustieren?

In Deutschland leben Schätzungen nach rund 40 Millionen Haustiere. Bereits seit 1990 sind sie laut deutschem Gesetz keine Sachen mehr, sondern Mitlebewesen. Zwar gilt nicht das bürgerliche Recht, jedoch schützen besondere Gesetze theoretisch die Tiere. Seit 2022 seit Tierschutz sogar als Staatsziel formuliert wurden. Darin hieß es, „dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf“.

Jedoch würde der Schutz von Tieren laut Tierschutzorganisation Peta massiv missachtet werden. In der Regel würden Tiere in Deutschland als Rechtsobjekt behandelt werden, mit denen der Mensch machen kann, was er will. Zu Weihnachten hatten viele Tierheime in Deutschland einen Vermittlungsstop für Haustiere in Leben gerufen, damit Tiere nicht als Weihnachtsgeschenke benutzt werden. Auch das Tierheim Oldenburg berichtet über Pandemie-Sorgen für Haustiere. Lesen Sie hier auch, die kuriosesten Tier-News des vergangenen Jahres. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Paul Zinken

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