10.000 Euro Belohnung

Erschossener Seeadler: Kreis Stade erstattet Strafanzeige

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Der tote Seeadler in seinem Nest bei Neuhaus im Landkreis Cuxhaven.

Stade - Der Landkreis Stade hat wegen eines toten Seeadlers Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Es bestehe der dringende Verdacht, dass der Greifvogel auf seinem Horst vorsätzlich geschossen worden sei, sagte Kreissprecher Christian Schmidt am Dienstag.

Seeadler sind streng geschützt, in Niedersachsen gibt es nur schätzungsweise rund 200 Exemplare. Die Umweltorganisationen Nabu, WWF, der Verein Komitee gegen Vogelmord und private Spender setzten eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise zur Aufklärung der Vorfalls aus. Das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium in Hannover äußerten sich betroffen. Greifvögel benötigten nach wie vor uneingeschränkten Schutz, betonten die Ministerien.

Das tote Seeadlerweibchen war vorigen Mittwoch in seinem Nest in der Nähe der Gemeinde Balje-Hörne entdeckt und zwei Tage später aus einer Höhe von 18 Metern geborgen worden.

Nach Angaben des Seeadler-Betreuers des Landes Niedersachsen, Peter Görke, gibt es keinen Zweifel, dass das Tier erschossen wurde. Der Adler habe ein sechs bis acht Millimeter großes Einschussloch aufgewiesen und sei vermutlich Anfang voriger Woche getötet worden. Hinweise auf den möglichen Täter gibt es bislang nicht.

Das mehrere Jahre alte Seeadlerweibchen, das mit der Ausbesserung des Nestes beschäftigt war, wurde von Experten als kräftig und in gutem Ernährungszustand beschrieben. Anfang kommender Woche wird mit dem Obduktionsergebnis aus dem Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung gerechnet.

Nach Angaben von Görke gibt es in Niedersachsen 44 Adlerreviere mit jeweils einem Adlerpaar. 1997 habe es nur zwei Paare gegeben. Grob geschätzt dürften nach seinen Angaben insgesamt in Niedersachsen rund 200 Seeadler unterwegs sein.

dpa

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