Polizei setzt Belohnung über 3000 Euro aus 

Erneut wirft Unbekannter Gegenstände auf Autobahn

Dinklage - In der Nacht zu Mittwoch wurden in vier bislang bekannten Fällen Gegenstände von Brücken auf die Autobahn A 1 geworfen. Eine Sonderkommission der Polizei ermittelt jetzt wegen des Verdachts der versuchten Tötung. 

Die Taten ereigneten sich zwischen der Anschlussstelle Lohne/Dinklage und Bramsche. Die Tatorte können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht weiter eingegrenzt werden, erklärt ein Polizeisprecher am Mittwoch. In allen Fällen traf jeweils ein Gegenstand die Windschutzscheibe von in Richtung Osnabrück fahrenden Lkw.

"Es gibt Beschädigungen an den Scheiben, durchbrochen wurden sie nicht", berichtete Polizei-Sprecher Andre Wächter. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei Delmenhorst ermitteln wegen des Verdachts mehrerer versuchter Tötungsdelikte und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Möglicherweise abgesprochene Aktion

"Wir vermuten, dass es Steine waren", sagte Wächter. Genau könnten die Ermittler dies aber noch nicht sagen. Da die Lastwagen mit rund hundert Stundenkilometern unterwegs waren, seien die Gegenstände nach dem Aufprall weggeschleudert worden. Zudem hätten die Fahrzeuge einen langen Bremsweg. "Es ist nicht leicht zu verifizieren, wo es passiert ist", erklärte der Polizeisprecher. Da die vier Vorfälle innerhalb von knapp zwei Stunden passierten, könne es eine abgesprochene Aktion gewesen sein. "Wir schließen das nicht aus", sagte Wächter.

Unklar ist bislang noch, ob die Taten möglicherweise durch mehrere Personen begangen wurden. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei Delmenhorst ermitteln wegen des Verdachts mehrerer versuchter Tötungsdelikte und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Es wird geprüft, inwiefern eine Verbindung zu den gleichgearteten Vorfällen im Juli und im Juni besteht. Ein bislang unbekannter Täter hat in diesem Monaten in ebenfalls vier Fällen Gegenstände von Brücken auf die A1 geworfen. Die vier Taten ereigneten sich alle bei Nacht im Bereich der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord und in unmittelbarer Nähe zur Raststätte Wildeshausen in einer dort aufgebauten Baustelle.

Ein weiterer Vorfall wurde von der Autobahnpolizei Bramsche in der Nähe der Raststätte Dammer Berge aufgenommen. Im Rahmen der Ermittlungen wurde bereits nach den Taten im Juli eine Sonderkommission bei der Polizei Delmenhorst eingerichtet.

Die Beamten suchen jetzt Zeugen, die Hinweise zu Tatverdächtigen und/oder Taten geben können. Deshalb fragen sie: "Wer hat am 17. August zur Nacht Personen gesehen, die sich auf den Autobahnbrücken zwischen den Anschlussstellen Lohne/ Dinklage und Bramsche aufgehalten haben oder von dort möglicherweise geflüchtet sind?"

Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 04221/15590 zu melden.

+++Aktualisierung+++ Zur Unterstützung der Ermittlungen setzt die Polizeidirektion Oldenburg nun eine Belohnung von 3000 Euro aus. "Es handelt sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt. Solche Taten sind brandgefährlich. Es ist dabei dem Zufall und dem besonnenen Verhalten der Betroffenen zu verdanken, dass bisher niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Die Sonderkommission wird alles daran setzen, diese Tatserie aufzuklären. Die ausgesetzte Belohnung ist dabei ein weiterer Schritt, um dieses Ziel zu erreichen", so Polizeipräsident Johann Kühme.

jom

Rubriklistenbild: © dpa

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