Fast 1000 Autogas-Tankstellen in Niedersachsen

Alternative Erdgas: Umweltschonend Geldsparen beim Autofahren?

CNG, LNG, LPG, Erdgas oder Flüssiggas - was ist was und wo liegen die Unterschiede? Je nach Einsatzgebiet spart man als Autofahrer richtig viel Geld.

  • Gasautos lohnen sich oft erst ab einer Laufleistung von 60.000 Kilometern pro Jahr.
  • Gas verbrennt umweltfreundlicher als Benzin oder Diesel.
  • Rund 550.000 Autos in Deutschland fahren mit Gas-Antrieb.

Autos, Lkw und Schiffe fahren mit Diesel oder Benzin. Beide Kraftstoffe gelten als Umweltverschmutzer. Eine Alternative ist der Einsatz von Gas als Kraftstoff. Je nach Anwendung ist aber ein anderes Gas vorteilhaft.

CNG steht für Compressed Natural Gas, heißt nichts anderes als komprimiertes Erdgas. CNG besteht überwiegend aus Methan. LPG steht für Liquid Petroleum Gas, ist ein Nebenprodukt der Erdölverarbeitung. Es wird auch als Autogas bezeichnet und ist ein FlüssiggasLiquefied Natural Gas (LNG) ist ebenfalls Methan, das jedoch mittels Abkühlung auf Temperaturen zwischen minus 161 und minus 164 Grad Celsius verflüssigt wird. LNG spielt seine Vorteile bei großen Geräten aus, beispielsweise Kreuzfahrtschiffen. In Niedersachsen gibt es 965 Autogas-Tankstellen.

Steuersätze Autogas1000 kg1 Liter
1.1.2020 bis 31.12.2020271,79 Euro14,68 Cent
1.1.2021 bis 31.12.2021317,53 Euro17,15 Cent
1.1.2022 bis 31.12.2022363,94 Euro19,65 Cent
ab 1.1.2023409,00 Euro22,09 Cent

Bis zu 60 Cent pro Liter günstiger tanken - wer möchte das nicht? Gegenüber Benzin sind die Spritpreise für Gasautos tatsächlich deutlich niedriger, weil Autogas (LPG) noch bis Ende 2022 und Erdgas (CNG) bis 2026 steuerlich begünstigt ist. Allerdings muss man bei der Anschaffung deutlich tiefer in die Tasche greifen, berichtet die Fachzeitschrift „Auto Motor Sport“ (Ausgabe 11/20).

Auto mit Gasantrieb lohnt sich nicht immer

Bis sich der Preiszuschlag amortisiert, könne je nach Modell aber eine Laufleistung von mehr als 60.000 Kilometern notwendig sein. Deshalb raten die Experten, nicht unbedingt auf ein fabrikneues Modell zu setzen, sondern nach einem gebrauchten Gasauto Ausschau zu halten, bei dem der Preiszuschlag für den Gasantrieb nicht mehr so hoch ausfalle.

Bei Gasautos unterscheidet man zwischen ab Werk verbauten Gasanlagen und Nachrüstlösungen. Insbesondere umgebaute Autos sollte man genauer unter die Lupe nehmen. Eher selten wirkten sich die höheren Abgastemperaturen im Gasbetrieb negativ auf die Auslassventile aus. Die am häufigsten auftretenden Probleme hingen mit der Einstellung der Gasanlage zusammen und ließen sich per Software-Update beheben.

Alle Arbeiten an einer Auto-Gasanlage sollten nur von zertifizierte Fachbetrieben vorgenommen werden. Vor einem Gebrauchtkauf sei deshalb die Zusicherung wichtig, dass ein Fachbetrieb Umbau und Wartungen erledigt hat, so die Experten. Eine Frage, die sich erübrigt, wenn das Auto schon ab Werk für den Gasbetrieb ausgelegt wurde. Das ist bei CNG überwiegend der Fall, weil eine Nachrüstung zu teuer wäre. Ein LPG-Umbau schlägt mit rund 2500 Euro zu Buche.

Gasautos sind flexibel und stoßen weniger CO2 aus

Neben den Kosten sprechen vor allem Umweltaspekte und Flexibilität für Gasautos: Gas verbrennt den Angaben zufolge umweltfreundlicher als Benzin oder Diesel und verursacht außerdem bis zu 25 Prozent weniger CO2 als zum Beispiel ein Benzinmotor. Auch Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen fallen geringer aus. Und wenn der Gastank leer oder kein Gas an der Tankstelle verfügbar ist, fährt man einfach auf Benzin weiter. Dazu muss nur ein Schalter umgelegt werden.

Mit einem Erdgas-Auto (LPG) fährt man kostengünstig und schont die Umwelt.

Einen mehr oder weniger verschmerzbaren Nachteil gibt es bei Gasautos aber meist doch noch: Das Ladevolumen des Kofferraums schrumpft ein wenig, weil der Gepäckraumboden aufgrund der darunter platzierten Gastanks etwas höher liegen muss als sonst beim jeweiligen Modell üblich.

Rund 550.000 Autos in Deutschland fahren mit Gasantrieb. Der weitaus größere Teil davon, etwa 450.000, wird mit Autogas, (LPG) bekannt, betrieben. Was den Ausstoß von Kohlendioxid und Rußpartikeln angeht, sind beide Kraftstoffarten (LPG und CNG) umweltschonender als ein herkömmlicher Benziner.

Autos mit Gasantrieb rentieren sich nicht für jeden. „Wer nur auf Autobahnen mit Bleifuß unterwegs ist, für den lohnt sich der Gasantrieb kaum. Der Verbrauch steigt anders als beim Benziner bei hohen Geschwindigkeiten exponentiell an“, sagt Michael Kruttschnitt vom TÜV Süd. Auch wer nur wenige Tausend Kilometer im Jahr fährt, sei mit einem konventionellen Ottomotor besser beraten.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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