„Indische“ Mutante gefährlicher, aber ...

Entwarnung bei der Delta-Variante: Vollständige Corona-Impfung schützt

Die Delta-Variante breitet sich in Deutschland schnell aus. Es gibt auch aber gute Nachrichten: Eine komplette Corona-Impfung bietet Schutz vor der Mutation.

Hamburg – Die „indische“ Delta-Variante B.1.617 breitet sich rasant aus. Allein in Deutschland hat sich der Anteil der Mutation an allen Corona*-Infektionen innerhalb einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt, so eine Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) für die erste Juniwoche.

Doch aller Ängste und Sorgen zum Trotz gibt es Grund zur Hoffnung. Denn: Eine vollständige Impfung verhindert eine Infektion mit der Delta-Variante. Bei halben Impf-Sachen dahingehend kennt die indische Mutation keine Gnade.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Bisher in Deutschland zugelassene Impfstoffe (Stand 12. Juni):Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson

Delta-Variante auf dem Vormarsch: Angst vor indischer Corona-Variante nimmt zu

Die zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Variante, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft wurde, breitet sich rasant in Deutschland aus. Auch in Hamburg habe es bereits mehrere Fälle gegeben. Der Berliner Virologe Christian Drosten warnt daher nun vor der weiteren Verbreitung der indischen Mutation. „Wenn wir jetzt so rechnen würden, wie sich das in England entwickelt hat, also mit einer ungefähren Verdoppelung pro Woche, dann hätten wir dieses spekulative Szenario: Dann lägen wir in dieser Woche schon bei 20 Prozent. Und wir müssten damit rechnen, dass Anfang Juli in Deutschland auch die Meldezahlen wieder hochgehen“, befürchtet der Chef-Virologe der Berliner Charité.

Mit dieser Einstellung steht Christian Drosten nicht alleine da, auch Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, zeigt sich besorgt: „Es ist zu erwarten, dass sich die hoch ansteckende Delta-Variante in Deutschland noch schneller ausbreitet als die bisherigen Varianten. Das Tückische bei dieser Variante ist, dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben.“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) prognostiziert zudem, dass die Frage nicht sei, ob die indische Corona-Mutation die „dominante“ Form des Erregers werde, sondern „wann und unter welchen Bedingungen“.

Entwarnung zur Delta-Variante: Vollständige Impfung reicht aus!

Doch es gibt eben auch gute Nachrichten: Der Wettlauf gegen die Ausbreitung der Delta-Variante ist zu gewinnen! Auch wenn mehrere Laboruntersuchungen zeigen, dass die „indische“ Mutation resistenter gegen Impfstoffe ist als die Wildform, ist die zweite Corona-Impfung entscheidend. „Schutz durch vollständige Impfung reicht aus“, so Virologin Prof. Dr. Nicole Fischer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Entwarnung! Eine vollständige Corona-Impfung schützt vor der indischen Delta-Mutation. (24hamburg.de-Montage)

Eine neue Studie der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) belegt, dass eine vollständige Impfung mit Pfizer/Biontech zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 96 Prozent einen schweren Verlauf verhindere. Für den Impfstoff von Astrazeneca liegt die Quote bei 92 Prozent. Um jedoch langfristig einen dauerhaften Schutz gegen das Coronavirus zu gewährleisten, glaubt Bundeskanzlerin Angela Merkel schon jetzt an eine Impf-Auffrischung im Herbst.

Eine einzelne Impfdosis habe dahingegen wenig bis gar keine Wirksamkeit gegen die Corona-Variante, so Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Eine in „The Lancet“ veröffentlichte Studie ergab, dass gerade einmal 32 Prozent der Erst-Geimpften „eine quantifizierbare neutralisierende Antikörperreaktion“ gegenüber der Variante B.1.617.2 hätten. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/IMAGO & Gregor Fischer/picture alliance/dpa

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