Prozess gestartet

90-Jährige will sich nicht zur Entführung von Geschäftsmann äußern

Aurich - Eine 90 Jahre alte Frau und drei weitere Angeklagte wollen im Prozess um die Entführung eines Geschäftsmannes in Ostfriesland vorerst nicht aussagen. Am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Aurich machten sie am Mittwoch zunächst keine weiteren Angaben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen erpresserischen Menschenraub und besonders schwere räuberische Erpressung sowie Beihilfe vor.

Als Drahtzieher der Entführung im April gilt ein 67-Jähriger aus dem Raum Dortmund. Er soll nach einem verlustreichen Geschäft mit dem Opfer, einem Reeder aus Leer, dessen Entführung geplant haben. Das Gericht hat das Verfahren gegen den mutmaßlichen Haupttäter abgetrennt, da dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht vernehmungsfähig ist. Seine 90 Jahre alte Mutter aus Iserlohn (Nordrhein-Westfalen) ist wegen Beihilfe angeklagt, da sie ihren Sohn in dem Entführungsplan bestärkt und unterstützt haben soll. 

Die Angeklagten hatten das Opfer bei einer vorgetäuschten Polizeikontrolle mit dem Auto gestoppt und in eine Ferienwohnung verschleppt. Nach 36 Stunden ließen sie den Mann halbwegs unverletzt wieder frei. Das Lösegeld in Höhe von einer Million Euro kam jedoch nicht bei ihnen an, da die Bank die Überweisung rückgängig gemacht hatte. Gegen drei weitere Verdächtige wird derzeit noch ermittelt.

dpa

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