Fund einer Plastiktüte an einem See in Langenhagen

Entdeckte Leichenteile stammen wohl von ermordetem Rentner

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Leichenteile wurden in einer Plastiktüte am See bei Hannover entdeckt.

Hannover - Ein Unbekannter hat einen Rentner aus Hannover umgebracht und die Leiche anschließend zerteilt. Monate nach der Tat sind jetzt die fehlenden Körperteile entdeckt worden. Vom Täter fehlt noch jede Spur.

Nach dem grausigen Fund von Leichenteilen in einem See bei Hannover sind die Ermittler einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Die Körperteile gehören mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem 2015 ermordeten 70 Jahre alten Rentner. Davon geht die Staatsanwaltschaft Hannover nach einer ersten Prüfung aus, sagte Sprecher Thomas Klinge am Dienstag.

Am Montag hatten Spaziergänger am Wietzesee nahe Langenhagen eine Plastiktüte gefunden, in der sich mehrere Körperteile eines Mannes befanden, darunter auch ein Kopf. Offensichtlich handele es sich genau um die Teile, die bei der Leiche des 70-jährigen Rentners fehlten, die im vergangenen August im Mittellandkanal in Hannover entdeckt wurde, sagte der Staatsanwalt.

Damals waren mehrere im Wasser treibende Säcke mit Körperteilen und Kleidung des aus Hannover-Herrenhausen stammenden Mannes gefunden worden. Wer ihn umbrachte, ist immer noch unklar. "Wir müssen derzeit mit einer Bewertung zwar noch vorsichtig sein", sagte Staatsanwalt Klinge. "Es ist aber auffällig, dass genau die wesentlichen Teile, die damals fehlten, jetzt gefunden wurden."

Kopf der Leiche als Indiz für Identität

Unter anderem habe sich in der Plastiktüte auch der im vergangenen Jahr vermisste Kopf der Leiche befunden. Endgültige Klarheit sollen eine Obduktion und eine DNA-Untersuchung schaffen. Noch sei offen, wie der Rentner im vergangenen Jahr zu Tode kam, sagte der Oberstaatsanwalt. "Auch das wird hoffentlich die Gerichtsmedizin klären können."

Nach dem ersten Fund war festgestellt worden, dass das Opfer "stumpfe Gewalt" erlitten hatte. "Rippenbrüche deuten darauf hin, dass es ein Kampfgeschehen gegeben haben könnte", sagte der Oberstaatsanwalt. Die Leiche sei anschließend zertrennt und dann in Säcke gepackt worden, die an verschiedenen Stellen weggeworfen wurden.

Dass die jetzt gefundene Plastiktüte aus einem anderen Gewässer angeschwemmt wurde, sei jedenfalls auszuschließen. Der Wietzesee sei ein geschlossenes Gewässer ohne einen Zugang zum Mittellandkanal.

Über den Mord an dem Rentner war Ende März auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" berichtet worden, danach hatte es rund 20 neue Hinweise gegeben, aber keine heiße Spur. Der 70-Jährige soll sich nach bisherigen Erkenntnissen am 28. Juli mit zwei Männern vor seiner Wohnung in Hannover-Herrenhausen gestritten haben. Die Polizei ging bisher davon aus, dass der Rentner an diesem Tag auch getötet wurde.

dpa

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