Endstation Tierheim

Wenn Haustiere zur Urlaubszeit lästig werden

Hannover - Tierheime wissen, dass die Zahl ihrer Bewohner regelmäßig zur Sommerzeit wächst. Tiere werden dann oft einfach abgegeben, weil sie nicht zur Urlaubsdestination passen. Bei Hunden ist die Zahl rückläufig - aus gutem Grund.

Ob Katze, Hund, Kaninchen oder Hamster - wenn es in den Urlaub geht, werden Haustiere für einige Menschen auf einmal lästig. Statt sie mitzunehmen oder in Tierpensionen einzuquartieren, landen sie im Tierheim. "Viele Tiere werden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dort abgegeben", sagte der Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes in Niedersachsen, Dieter Ruhnke, der dpa. An Ausreden mangelt es dabei offenbar nicht. Oft werde ein Umzug als Grund angeführt oder eine Scheidung vom Ehepartner, eine Schwangerschaft oder die Unterbringung der Eltern im Pflegeheim: "Selten sind das die tatsächlichen Gründe, warum man sich von einem Tier trennt."

Die zeitweise Unterbringung in einer Tierpension ist teurer als die endgültige Abgabe an ein gemeinnütziges Tierheim. Dort werde zwar in Regel auch eine Gebühr fällig. Die sei aber viel günstiger als ein dreiwöchiger Aufenthalt in einer Tierpension, so Ruhnke. Im Tierschutzverband sind in Niedersachsen 77 Tierschutzvereine organisiert, die 55 Tierheime oder Aufnahmestationen betreiben. Bei zwei Drittel der Vereine würden im Sommerintervall eine verstärkte Abgabe von Tieren festgestellt. Dabei geht es vor allem um Katzen und Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen.

Kennzeichnungspflicht für Hunde schafft Entlastung 

Relativ entspannt ist die Lage bei Hunden, was auf das Hundegesetz in Niedersachsen (NHundG) zurückzuführen sei, so Tierschützer Ruhnke. Durch die Vorgaben müssen Halter ihren Hund in einem Zentralregister anmelden und das Tier mit einem Chip kennzeichnen lassen. Zudem muss der Halter seit 1. Juli 2013 Sachkunde im Umgang mit Hunden nachweisen. Die Registrierungen führen dazu, dass etwa entlaufene Hunde sehr schnell an den Besitzer zurückgegeben werden können. "Zudem ist die Hürde, sich einen Hund zu halten, bei weitem höher geworden", betonte Ruhnke.

Aufgrund der guten Erfahrung mit dem Hundegesetz fordert der Tierschutzbund eine Kennzeichnungspflicht für alle Haustiere, vor allem für Katzen. In Niedersachsen seien Kommunen vom Land ermächtigt worden, eigene Erlasse etwa zur Kastrationspflicht für sogenannte Freigängerkatzen zu beschließen. Laut Tierschutzbund wächst die Zahl der Orte mit geänderten Kommunalverordnungen für Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnungen. In Niedersachsen sind es inzwischen rund 250 Orte.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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