Atommüllendlager

Gorleben Endlager: BGE soll Bergwerk und Salzstock endgültig stilllegen

Der Salzstock Gorleben, das ursprünglich Atommüllendlager werden sollte, wird endgültig stillgelegt. Die BGE ist fürs Zwischenlager Gorleben bereits beauftragt.

Gorleben – Nachdem der Standort Gorleben bereits vor einem Jahr als Atommüllendlager ausgeschlossen wurde, wird das Erkundungsbergwerk Gorleben nun endgültig stillgelegt. Das Bundesumweltministerium gab am Freitag bekannt, dass die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) mit der Stillegung des Bergwerks beauftragt wurde.

Gemeinde in Niedersachsen:Gorleben
Fläche:21,26 Quadratkilometer
Einwohner:607 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:05882
Bürgermeister:Klaus Hofstetter (WG)

„Das Kapitel Endlager Gorleben wird ab dem heutigen Tag geschlossen“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth in Gorleben. Und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) ergänzte: „Ab heute gibt es keine Hintertür mehr.“ Das Thema Endlager und damit die Entsorgung von radioaktivem Müll in Gorleben sei endgültig beendet.

Atommüllendlager Gorleben im Wendland: Zwischenlager mit Salzstock aufgrund von geologischen Mängeln ausgeschlossen

Im Herbst 2020 hatte die BGE mitgeteilt, dass große Teile Deutschlands für ein Atomendlager nach geologischen Kriterien grundsätzlich geeignet sind – der lange heftig umkämpfte Salzstock Gorleben aber ist nicht darunter. Als Grund wurden geologische Mängel für den Ausschluss des Atommüllendlagers Gorleben im Wendland genannt. Nach der Entscheidung sollte geprüft werden, wie weiter mit dem Bergwerk verfahren werden kann.

Das oberirdische Zwischenlager Gorleben, in der über hundert Transportbehälter mit hochradioaktiven Abfällen gelagert sind, betrifft die Entscheidung nicht. Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt forderte daher eine Lösung auch dafür. „Die Lagerung der Castor-Behälter ist dort nur bis zum Jahr 2034 genehmigt. Eine Einlagerung in ein zukünftiges geologisches Tiefenlager irgendwo in Deutschland soll jedoch nach den Plänen der Bundesregierung frühestens 2050 beginnen“, betonte Stay. Bislang sei unklar, was mit den Castor-Behältern nach 2034 passiere. 

Das Erkundungsbergwerk Gorleben wird endgültig stillgelegt, nachdem der Standort bereits vor einem Jahr als Standort für ein Atomendlager ausgeschlossen wurde. (Archivbild)

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung, Stefan Studt, kündigte an, dass der Salzstock innerhalb von zehn Jahren in seinen ursprünglichen Zustand rückgebaut werde. Dazu müsse die Salzhalde wieder unter Tage verbracht werden. Sobald die Hohlräume verfüllt seien, sollen die Schächte verschlossen werden. Wie hoch die Kosten dafür seien, stehe noch nicht fest. Zurzeit koste es 20 Millionen Euro jährlich, den Salzstock offen zu halten. In die Erkundung Gorlebens wurden bisher 1,9 Milliarden Euro investiert.

Gorleben Endlager: Bergwerk mit Salzstock sorgte jahrelang für Proteste um den radioaktiven Abfall

Jahrzehntelang hatte es im niedersächsischen Wendland immer wieder heftige Proteste gegen das geplante Atommüllendlager in Gorleben* gegeben. Ganze Generationen hat der Widerstand vor Ort* gegen das Bergwerk Gorleben und den radioaktiven Abfall geprägt und einen Zusammenhalt unter den Bewohnern der Region im Zusammenhang mit dem Zwischenlager Gorleben entstehen lassen, die in Deutschland ihresgleichen sucht.

So wurde beispielsweise zu Beginn der 1980er-Jahre die „Republik Freies Wendland“ ausgerufen. Greenpeace machte bei Castor-Transporten immer wieder mit äußerst kreativen Protestformen auf den Widerstand aufmerksam (Mit Material von dpa). * kreiszeitung.de, tz.de und merkur.de sind Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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