Organisierte Kriminalität

Encrochat-Handys geknackt: Niedersachsen leitet mehr als 145 Ermittlungsverfahren ein

Ein Schild steht vor dem Landeskriminalamt Niedersachsen.
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Nach Auswertung von verschlüsselten Mobiltelefonen des Dienstleisters Encrochat konnten durch das LKA Niedersachsen mehr als 145 Ermittlungsverfahren auf den Weg gebracht werden. (Symbolbild)

Nach Auswertung verschlüsselter Mobilfunkdaten ist niedersächsischen Ermittlern ein erfolgreicher Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen.

Hannover – Nach Auswertung von verschlüsselten Mobiltelefonen des Dienstleisters Encrochat konnten in Niedersachsen mehr als 145 Ermittlungsverfahren auf den Weg gebracht werden. Dabei gehe es hauptsächlich um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie das Waffen- und Sprengstoffgesetz, erklärte das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag, 6. Juli 2021, in Hannover.

Dienstleister für Kryptohandys:Encrochat
Branche:Telekommunikation
Gründung:2016
Auflösung:2020
Auflösungsgrund:Ermittlungsverfahren

Wie die Ermittler mitteilten, sollen 795 Kilogramm Cannabisprodukte wie Haschisch oder Marihuana, 33 Kilo Kokain und mehr als 32 Kilo synthetische Drogen sichergestellt worden sein. „Die jetzt aufgedeckten umfangreichen kriminellen OK-Strukturen zeigen, wie zwingend der Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation ist“, sagte LKA-Präsident Friedo de Vries. „Ohne diesen Zugang kann es kein Licht im Dunkel der Organisierten Kriminalität geben.“

Schlag gegen organisiserte Kriminalität in Niedersachsen: Bundesweit mehr als 2250 Ermittlungsverfahren

Das niedersächsische LKA hatte im vergangenen Juni durch das Bundeskriminalamt (BKA) Encrochat-Daten erhalten. Diese waren im Zuge von europaweiten Ermittlungen entdeckt* worden. Bundesweit wurden laut BKA mehr als 2250 Ermittlungsverfahren gegen Beschuldigte eingeleitet*. Darüber hinaus konnten die Ermittler zu rund 350 laufenden Ermittlungsverfahren zusätzliche Informationen sichern.

In Niedersachsen konnten bisher mithilfe der ausgewerteten Handy-Daten 98 Haftbefehle vollstreckt, 32 Schusswaffen sichergestellt und 1800 Schuss Munition beschlagnahmt werden. Es seien Vermögensarreste in Höhe von 22,2 Millionen Euro und vorläufige Vermögenssicherungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro erzielt worden, hieß es. Das bedeutet, dass Behörden bereits während eines laufenden Verfahrens auf das Vermögen des mutmaßlichen Straftäters zugreifen.

Schlag gegen organisierte Kriminalität: Kryptohandy von Encrochat vor allen Dingen von Kriminellen genutzt

Sogenannte Kryptohandys von Encrochat wurden vor allem von Kriminellen genutzt. Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich war es im vergangenen Jahr gelungen, mehr als 20 Millionen geheime Nachrichten abzuschöpfen. * kreiszeitung.de, fnp.de und merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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