„Neue Dimension“ im Emsland

800-Kilo-Kuh vermutlich von Wölfen gerissen – Dorfbewohner in Angst

Eine trächtige Kuh ist in Wippingen im Emsland gerissen worden. Das 800 Kilogramm schwere Tier fiel vermutlich Wölfen zum Opfer.

Wippingen – Der zuständige Wolfsberater spricht nach diesem Fall gegenüber dem NDR von einer „neuen Dimension“. Schafsrisse sind im Emsland zwar keine Seltenheit, ein Kuhriss allerdings schon.

GemeindeWippingen
LandkreisEmsland
Vorwahl04966
Postleitzahl26892

Kuhriss: Spuren deuten auf Angriff mehrerer Wölfe hin

Der Wolfsberater hat den Riss dokumentiert. Noch seien die Spuren nicht vollständig ausgewertet, aber es deute alles auf einen Angriff mehrerer Wölfe hin.

Landwirt Johannes Hempen entdeckte das tote Tier auf der Weide, direkt neben seinem Haus in Wippingen. Die Kuh habe quasi direkt unter seinem Schlafzimmerfenster gelegen – nur 20 Meter vom Haus und zehn Meter vom Spielplatz seiner Kinder entfernt.

Schafsrisse sind im Emsland zwar keine Seltenheit, ein Kuhriss allerdings schon. 

Emsland: Wolfssichtungen in Wippen nicht neu

Wolfssichtungen sind im emsländischen Wippingen nicht neu, dies bestätigt auch Bürgermeister Hermann Gerdes (CDU).  Doch die Tiere werden mittlerweile sogar tagsüber und in der Nähe vom Sportplatz gesehen. Die Dorfbewohner haben nun Angst um ihre Kinder.

Gemeinde Wippingen will Abschuss der Wölfe beantragen

Die Gemeinde Wippingen beantragt jetzt beim Umweltministerium den Abschuss der Wölfe. „Durch den Vorfall ist offensichtlich geworden, dass es sich hier um Problemwölfe handelt, die die Scheu vor den Menschen verloren haben“, sagt Hermann Gerdes. Nur durch einen Abschuss sei das Problem zu beheben. Auch das emsländische Landvolk befürwortet eine Regulierung der Wolfspopulation, wenn Nutztiere zunehmend gefährdet sind.

Attacken von Wölfen: Große Sorge auch in anderen Landkreisen

Auch in Diepholz ist die Sorge groß: Dort haben ein Landwirt und Jäger drei Wolfsrisse in vier Tagen entdeckt. Zu Wolfssichtungen im Landkreis Diepholz kommt es sowieso immer öfter. Im Landkreis Nienburg lassen Eltern ihre Kinder sogar nicht mehr in den Wald – aus Furcht vor dem Rodewalder Wolf. Mit einer makabren Aktion hat ein Schäfer in Stralsund auf die Wolfsproblematik aufmerksam gemacht.

Die Zahl der in freier Wildbahn lebenden Wölfe in Niedersachsen steigt weiter an. Es gebe laut Landesjägerschaft 35 bestätigte Rudel, sieben mehr als bei der letzten Zählung. Es seien vier neue Territorien bestätigt und drei Territorien hochgestuft worden. Außerdem seien drei Wolfspaare in Niedersachsen ansässig.

Nachgewiesene Wolfsrudel in den Landkreisen Rotenburg/Wümme, Diepholz und Emsland

Neue Rudel gibt es demnach in der Lüneburger Heide sowie in den Landkreisen Rotenburg/Wümme, Diepholz und Emsland. Die Nachweise erfolgten zumeist durch Aufnahmen mit Fotofallen, in die Welpen hineingetappt waren. In einem Fall wurde ein Wolfs-Welpe, in einem weiteren eine laktierende, also milchgebende, Wölfin durch einen Verkehrsunfall getötet.

In Niedersachsen ist die Landesjägerschaft für das Wolfsmonitoring zuständig. Das Monitoring beinhaltet die Beobachtung, Registrierung und statistische Erfassung von Vorkommen wildlebender Wölfe sowie die Erhebung und Bereitstellung detaillierter Daten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler

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