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Emden sucht die hässlichsten Schottergärten – Umgestaltung lockt als Gewinn

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Von: Johannes Nuß

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Kies und Schotter statt Blumen und Gras bestimmen die Gestaltung dieses Vorgartens.
Mit einem Wettbewerb sucht das Emder Ökowerk nach zehn Schottergärten in der Seehafenstadt und bietet Gewinnern eine naturnahe Gartenumgestaltung an. (Archivbild) © Hannes P. Albert/dpa

Für die einen sind Schottergärten praktisch, für andere einfach nur leblose Wüsten. In Emden sollen die hässlichsten Schottergärten prämiert werden.

Emden – Blühwiese statt Kies: Mit einem Wettbewerb sucht das Emder Ökowerk nach zehn Schottergärten in der Seehafenstadt und bietet Gewinnern eine naturnahe Gartenumgestaltung an. Mit dem ungewöhnlichen Garten-Wettstreit sollen Emderinnen und Emder motiviert werden, überwiegend mit Schotter oder Mulch versiegelte Flächen insektenfreundlicher zu gestalten, sagt die Geschäftsführerin des Emder Ökowerks, Katharina Mohr. Die Umweltbildungseinrichtung hat den Wettbewerb gemeinsam mit der Stadt Emden und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung initiiert. In vielen Bundesländer sind die Schottergärten inzwischen verboten, auch Niedersachsen hat dabei seine ganz eigenen Regeln.

Emden sucht die hässlichsten Schottergärten: Grundstücksbesitzer können sich bis Mitte März bewerben

Bis Mitte März können sich Grundstückseigentümer nun mit einem Bild beim Ökowerk bewerben, deren Vorgärten überwiegend mit Schotter, Mulch oder Kies bedeckt sind. Eine der Bewerberinnen ist Maike Boomgarden, die ihr Haus im vergangenen Oktober in Emden gekauft hat.

Bei Kauf war der Schottergarten davor schon da, berichtet sie gegenüber dem NDR. Sie selbst findet den Schottergarten übrigens selber hässlich, wie sie im Interview mit dem Sender unverblümt zugab. Bis jetzt habe sie schlicht noch keine Zeit gefunden, sich um eine Begrünung zu kümmern, denn die will sie auf jeden Fall haben. Da kam der Wettbewerb des Emder Ökowerks mehr als gelegen. Noch bis zum 15. März können Bewerbungen eingereicht werden. Auch im Landkreis Diepholz gibt es aktuell Ärger aufgrund von Schottergärten.

Eine Jury aus Gärtnerinnen und Mitarbeitern des Ökowerks wählt dann zehn Gewinner aus. Ihnen wollen die Naturschützer dann eine Umgestaltung anbieten. In Absprache mit den Eigentümern sollen dann bis zum Sommer neue Vorgärten entstehen, die insektenfreundlich und klimaschützend, aber auch pflegeleicht sein sollen. „Wir wollen das Deckwerk in jedem Fall auflockern“, sagt Geschäftsführerin Mohr. Dazu sollen auf maximal 20 Quadratmetern Blumen im Wert von bis zu 150 Euro pro Garten gepflanzt werden.

Naturschützer kritisieren: Schottergärten werden durch Schotterflächen versiegelt

Als Schottergärten werden Gartenflächen bezeichnet, die oft mit Folie oder Vlies und anschließend mit Schotter, Split oder Kies überdeckt werden und auf denen Pflanzen nur spärlich zu finden sind. Manchmal kommen auch Rindenmulch oder Holzhackschnitzel als Abdeckmaterial zum Einsatz. Der Boden wird durch solche Flächen versiegelt.

Naturschützer kritisieren seit Längerem, dass immer mehr Gärten durch solche Schotterflächen versiegelt werden. Auch in Ostfriesland sei dies zu beobachten, sagt Mohr. „Wir wünschen uns einen anderen Trend.“ Denn durch fehlende Blühflächen fänden Insekten weniger Lebensräume. Steinbeete wirkten sich aber auch schlecht auf das Mikroklima in Straßenzügen aus, da sich Steine und Mulchflächen im Sommer stärker aufheizten als Pflanzen, sagt Mohr. Zudem nähmen verdichtete Böden ohne Pflanzen auch Starkregen schlechter auf.

Emden sucht die hässlichsten Schottergärten: Beispiele für naturnahe Gärten in der Stadt schaffen

Ziel des Wettbewerbs sei es, mehr sichtbare Beispiele für naturnahe Gärten in Emden zu schaffen, sagt die Ökowerk-Geschäftsführerin. Dafür gebe es verschiedene Möglichkeiten. Wie diese aussehen könnten, zeigen Musterbeete, die das Ökowerk bereits auf seinem eigenen Gelände in Emden-Borssum und im Stadtgarten angelegt hatte.

Reine Schottergärten sind laut der niedersächsischen Bauordnung übrigens ohnehin nicht erlaubt. Demnach müssen nicht überbaute Flächen von Baugrundstücken Grünflächen sein, soweit sie nicht anders genutzt werden, etwa als Stellplatz oder Terrasse. Schotterflächen sind nur in „geringem Maße zulässig“, wenn die Vegetation überwiegt.

Wer zu den Gewinnern zählen möchte, der muss aussagekräftige Fotos seines Vorgartens an das Ökowerk senden. Am besten per E-Mail unter der Adresse info@oekowerk-emden.de oder per Post unter Ökowerk Emden im Kaierweg 40a in 26725 Emden. Einsendeschluss ist der 15. März 2022. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de, 24garten.de und ingame.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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