Insolvenzverfahren um Nordseewerke wird verlängert

Emden - Zeitgewinn im Insolvenzverfahren um die Nordseewerke: Das Emder Unternehmen hat noch bis Ende August die Möglichkeit einen Investor zu finden. Ein positives Zeichen für die Rettung der ehemaligen Traditionswerft?

Den Emder Nordseewerken bleibt mehr Zeit, um einen neuen Investor zu finden. Das Insolvenzverfahren um das Unternehmen sei bis Ende August verlängert worden, sagte Betriebsratsvorsitzender Thomas Preuss. Es gebe Interessenten für das ostfriesische Unternehmen - über den Berg sei man jedoch noch lange nicht. Der Insolvenzverwalter spricht von vielen ungewissen Faktoren. Für die knapp 200 Beschäftigten der Nordseewerke gibt es ein kurzes Aufatmen. Sie bekommen in der Zeit weiter Gehalt bezahlt, sagte Betriebsratsvorsitzender Preuss. "Aber die Kuh ist noch nicht vom Eis.“

Ursprünglich lief die Frist Ende Juli ab. Eine Verlängerung des Insolvenzverfahrens war möglich, da das Unternehmen nach dem Insolvenzantrag im Mai auf Kurzarbeit umgestellt habe. So zähle der Monat nicht zum Verfahren, erklärte Preuss. Die dreimonatige Frist laufe so erst Ende August aus. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass ein ehrlicher Investor gefunden wird.“ Die Suche nach einem Geldgeber habe höchste Priorität, hieß es aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium. „Es finden Gespräche mit möglichen Interessenten statt, aber wir sind noch nicht am Ziel“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Dazu arbeite man eng mit dem Insolvenzverwalter und zwei Beratungsfirmen zusammen.

Wirtschaftsminister Olaf Lies hatte eine davon ins Boot geholt, um international nach einem Investor für die ehemalige Traditionswerft zu suchen. Mit einer Landesbürgschaft hatte Niedersachsen Anfang 2013 einen Kredit der NordLB an den damaligen Käufer der Nordseewerke abgesichert. Der Insolvenzverwalter des Unternehmens, der Bremer Anwalt Axel Gerbers, hält sich derweil mit Aussagen zum Verfahren bedeckt. Es gebe verschiedene Interessenten, teilte Gerbers über eine Sprecherin mit. Die konkrete Übernahme der Nordseewerke hänge letztlich noch von vielen ungewissen Faktoren ab.
dpa

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