Update: Medienbericht: Beauftragte wirft hin

Elfenbeauftragte soll Unfällen auf der A2 entgegenwirken

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Was ist die Ursache für die vielen Staus auf der Autobahn 2? Die Landesbehörde geht dieser Frage nun mit ungewöhnlichen Methoden nach.

Hannover - Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat eine selbst ernannte Elfenbeauftragte im Kampf gegen Unfälle auf der A2 eingesetzt.

Update: Das niedersächsische Verkehrsministerium hat den Einsatz kritisiert und gesagt, im Vorfeld nicht informiert worden zu sein.

2. Update: Einem Bericht der „NOZ“ zufolge haben Rüter und Lindhof nach spöttischen Reaktionen auf ihren Einsatz in den sozialen Netzwerken abgelehnt, weiter auf der A2 aktiv zu sein.

Melanie Rüter, die nach eigenem Bekunden Kontakt zu Naturgeistern, Elementar- und Erdwesen aufnimmt, sei im Juni auf eine Kontrollfahrt auf der A2 mitgenommen worden, nachdem sie sich bereits zu Jahresbeginn an die Behörde gewandt hatte, bestätigte die Sprecherin der Straßenbauverwaltung am Montag. 

Unterstützt von der Tierkommunikatorin Marion Lindhof habe sie mit Behördenmitarbeitern fünf neuralgische Punkte an der A2 zwischen Lehrte und Braunschweig angesteuert, hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet. Demnach hätten die beiden Frauen auf der Autobahn sofort „sehr traurige Energien“ gespürt - und nach eigenen Worten auch tiefere Ursachen für die vielen Unfälle. 

„In einigen Fällen waren es aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten.“ Außerdem hätten Wildschweine Unfälle verursacht, weil ihnen ihr Revier genommen worden sei: „Halbstarke, die auf Krawall gebürstet sind.“ Nach Überzeugung der Frauen könnten die Unfallzahlen durch ihren Einsatz zurückgehen. „Einige Strecken der Autobahn sind nun energetisch versiegelt“, sagten die beiden, die am Montag für Nachfragen zunächst nicht erreichbar waren, der Zeitung. 

Auch in Island setzen Behörden Elfenbeauftragte ein

Die Straßenbaubehörde verteidigte sich gegen Kritik an dem Einsatz der Elfenbeauftragten, wie es sie etwa auch in Island gibt. Durch die Mitnahme der Frau bei einer Kontrollfahrt seien keine zusätzlichen Kosten entstanden. Nach den Zahlen der Polizei gab es 2017 auf dem niedersächsischen A2-Abschnitt 3538 Unfälle, im Vorjahr waren es 3516 Karambolagen, und 2015 krachte es 3447 Mal. 

Das Verkehrsministerium in Hannover sprach sich indes gegen den Einsatz der Elfenbeauftragten aus. Spiritualität sei kein geeignetes Mittel, um den Straßenverkehr sicherer zu machen, sagte ein Sprecher. Nach jetzigem Stand sei das Ministerium vorab nicht über die Aktion informiert worden. 

Der Fall werde aus Sicht des Ministeriums in keiner Weise dem Thema Verkehrssicherheit auf Autobahnen gerecht - im Gegenteil: Er sei geeignet, die bereits ergriffenen und zukünftigen Maßnahmen für die Sicherheit auf Niedersachsens Straßen zu konterkarieren. Der Verantwortliche müsse sich zu dem Vorfall erklären, so etwas dürfe sich nicht wiederholen.

Althusmann will Bauarbeiten beschleunigen, um die Lage zu entspannen

Wegen der Vielzahl von Karambolagen auf der viel befahrenen A2 wird in Niedersachsen seit Langem über Möglichkeiten zur Entschärfung der Ost-Westautobahn diskutiert. Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) kündigte im Mai an, Bauarbeiten künftig zu beschleunigen und wo möglich keine Fahrstreifen mehr zu sperren. Die Polizei Hannover setzt verstärkt auf Geschwindigkeitsmessungen in Baustellenbereichen und Abstandskontrollen.

dpa

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