Weg in die E-Mobilität

E-Autos in Niedersachsen: Klaffende Lücken im Ladesäulen-Netz für Elektroautos

Die schlechte Ladesäulen-Infrastruktur der Elektroautos steht in der Kritik. In Niedersachsen gibt es Probleme für Besitzer von E-Autos, besonders auf dem Land.

Hannover – Die Infrastruktur von Ladesäulen für Elektroautos ist eines der großen Sorgenkinder der E-Mobilität. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte zuletzt bekennen müssen, stundenlang auf das Laden von Elektroautos zu warten sei „kein attraktives Mobilitätsangebot“. Auch in Niedersachsen gibt es zu wenig Schnellladesäulen, im ländlichen Raum fehlt es oft ganz an Ladeinfrastruktur.

Name:Volker Wissing
Partei:Freie Demokratische Partei (FDP)
Amt: Verkehrsminister

Niedersachsen: Besonders auf dem Land gibt es zu wenig Ladesäulen für E-Autos, VW-Elektroautos setzen sich derweil sich zunehmend durch

Zwar befinden sich die Preise für gebrauchte Elektroautos im freien Fall, jedoch stehen neue E-Autos hoch im Kurs. Das zeigt sich auch in Volkswagens Jahresbilanz für 2021: Während die Zahlen allgemein ein Minus aufweisen, schneidet das VW-Elektroauto gut ab. Das sind gute Nachrichten für Befürworter der E-Mobilität: Damit diese sich allerdings endgültig durchsetzen kann, muss sich die Infrastruktur verbessern – ohne Lademöglichkeit bringt auch ein E-Auto nichts.

Die Probleme bei der Infrastruktur machen auch vor dem Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nicht Halt. In Niedersachsen gibt es weiterhin große Versorgungslücken, was das Netz an Ladestationen für Elektroautos angeht. Besonders abseits der großen Verkehrsknotenpunkte finden sich nahezu keine Schnellladepunkte. Auch an Autobahnen sowie Bundesstraßen muss bei Schnellladesäulen kräftig nachgelegt werden, wie die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr feststellt. Noch schlimmer sieht es laut der Behörde in ländlichen Gebieten aus, dort fehlt es teils gänzlich an Ladeinfrastruktur.

Ladesäulen für Elektroautos: Nicht nur in Niedersachsen ist die Unzufriedenheit unter Besitzern von E-Autos groß

Allgemein hatten sich Besitzer von Elektroautos einer Studie des ADAC zufolge genervt gezeigt von ihren Erfahrungen mit Ladepunkten. Nicht nur sind diese oft nicht barrierefrei, zuletzt gab es auch immer wieder Berichte über Ladesäulen, die zu viel berechnen. Zum Unmut von Verbrauchern dürfen diese Ladepunkte weiter eingesetzt werden, für die Betreiber gibt es keine Strafen. Um den Ausbau der Infrastruktur nicht zu behindern wird das wohl erstmal so bleiben.

Auch in Niedersachsen ist die Infrastruktur bei Ladesäulen für Elektroautos weiterhin schlecht – besonders im ländlichen Raum.

Die Probleme reichen weit über die schwache Abdeckung mit Ladesäulen hinaus, in ihr sieht die Politik allerdings das Hauptproblem. Auch Volker Wissing versprach deshalb neues Tempo beim Ausbau der Infrastruktur. Gegenüber dem ZDF-Morgenmagazin hatte der neue Verkehrsminister Mitte Dezember erklärt, man müsse „bei der Ladesäuleninfrastruktur jetzt flächendeckend ein Angebot schaffen“. 

Auch in Niedersachsen geht es voran beim Ausbau von Ladesäulen für Elektroautos – nur nicht schnell genug

Von einem flächendeckenden Angebot ist man sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit noch meilenweit entfernt. Insbesondere in Anbetracht der oftmals noch kurzen Reichweite von Elektroautos ist das für die E-Mobilität ein Problem. Es ist nicht so, dass beim Ausbau der Infrastruktur gar nichts geschieht – in Niedersachsen hat sich nach Angaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr einiges getan: Im Verlauf eines Jahres war die Zahl der gemeldeten Ladepunkte um mehr als 55 Prozent gestiegen, auf 5387 Säulen. Das ist ein deutlicher Anstieg, doch ebenso eindeutig nicht „flächendeckend“.

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Auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm forderte daher im Interview mit der Kreiszeitung* kürzlich den konsequenten Ausbau der Infrastruktur bei Ladesäulen für Elektroautos – europaweit. Sie sagt, es müsse eine Selbstverständlichkeit werden, verlässlich mit E-Autos unterwegs sein zu können. Der weitere Erfolg der E-Mobilität hängt auch davon ab, wie schnell das möglich ist. Grimm fordert zu Recht den schnellen europaweiten Ausbau „(...) weil die Menschen einfach keine Autos kaufen, die sie, sobald sie über die Grenze fahren, nicht mehr wirklich gut fortbewegen können“. Bisher gibt es schon an der Landesgrenze zu Niedersachsen Probleme.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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