Bei Hitzewellen im Sommer

Eiskalte E-Auto-Klatsche: Familie muss Ladesäule mit Eiswürfeln kühlen

Ein mit einem T-Shirt umwickeltes Ladekabel eines Tesla Superchargers
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Tesla Supercharger: Wegen der Hitze kühlt eine Frau das Ladekabel mit einem T-Shirt, das mit Eis gefüllt ist. (24hamburg.de-Montage)

Ladestationen für E-Autos sind vielerorts knapp, Förderungen für eine eigene Wallbox laufen aus – und nun das: Bei Sommerhitze laden die Supercharger nur langsam.

The Dalles – Eine Familie aus The Dalles im US-Bundesstaat Oregon greift zu einer besonders ungewöhnlichen Methode, um ihren Tesla Model X bei Hitzewellen aufzuladen. Sie benutzen Eiswürfel als Hilfsmittel zum Aufladen. Denn eigentlich wirbt der US-Autohersteller um CEO Elon Musk mit einer hohen Ladegeschwindigkeit. Doch in der 15.000 Einwohner-Stadt in Wasco County scheint das nicht immer ganz so zu klappen, wie versprochen. Die sogenannte „Supercharger-Station“ in The Dalles sei regelmäßig überlastet.

E-Auto-Ladestation muss von Familie mit Eiswürfeln gekühlt werden: Laden von Elektroautos problematisch

E-Autofahrerinnen und Fahrer in The Dalles klagen über zu wenige Ladestationen für zu viele Fahrzeuge in der Kleinstadt. Auch anderorts ist das ein bekanntes Problem, in vielen deutschen Großstädten. Da heißt es dann oft: Dumm gelaufen – E-Auto gekauft und weit und breit keine Lademöglichkeit. Und auch in The Dalles bilden sich lange Warteschlangen vor den Superchargern, zudem seien die Ladestationen bereits an vielen Stellen abgenutzt, die Leistung dadurch eingeschränkt.

StadtThe Dalles
Bevölkerung15.448
Fläche17,97 km²
Höhe33m

Eine Userin auf der Plattform Reddit berichtet nun von einer Ladeerfahrung der ungewöhnlichen Art. Ein User namens varmint700 erklärt der Community, wie kreativ seine Frau, sein Kind und er selbst werden mussten, um ihr E-Auto aufzuladen. Dafür postete er ein Bild vom Ladevorgang. Zu sehen ist ein Supercharger, angeschlossen am Auto, umwickelt mit einem T-Shirt. In diesem Kleidungsstück seien Eiswürfel, denn „nur so könne man den Supercharger zum Funktionieren bringen“.

Ladestationen für Elektro-Autos verlieren bei Hitze an Leistung: Ladevorgang dauert ewig

Letztendlich habe es dennoch zwei Stunden gedauert, bis die Familie einen vollständig aufgeladenen Akku hatte: „Wir haben an der Ladestation noch nie mehr als 50 kW gesehen“, erklärt der User. Die Standardleistung des Superchargers liege bei rund 150 kW. Zudem hätte sich ein Stau von zwölf weiteren Teslas gebildet, an einer einzigen Ladestation. Je kälter es sei, umso mehr nähere sich die tatsächliche Ladeleistung der vorgegebenen Leistung an.

Besonders im Hochsommer können die Temperaturen in Oregon in die Höhe schießen. Aufgrund des Ladesäulen-Mangels seien die Stationen ohnehin rund um die Uhr in Betrieb. Die Folge: Überlastung. Wie schnell Akkus und Aufladekabel bei extremer Wärme überhitzten können, dürften Handybesitzerinnen und Handybesitzer im Hochsommer gut nachvollziehen können. Doch immer wieder kommt es zu Extremfällen, bei denen Elektroautos sogar brennen.

Probleme mit E-Auto-Ladestationen – und dazu kommt noch die Brand-Gefahr

Bei einem Modell war ein Serienfehler verantwortlich für mehrere Brände, das E-Auto-Modell darf in einigen Städten nun nur noch mit mindestens 15 Metern Abstand parken. Besonders dreist: Ein Fahrer sollte nach einem unverschuldeten Fahrzeugbrand sogar noch 12.000 Euro drauf zahlen, anstatt ein neues Auto zu bekommen. Doch nicht nur wegen Akku-Bränden – unter Umständen bleiben E-Auto-Käufer immer häufiger auf hohen Kosten sitzen, denn die Förderungen für Ladestationen und die Umweltprämie laufen teilweise aus.

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Elektrobrände stellen derzeit noch eine besondere Herausforderung für Einsatzkräfte dar. So war in der Gemeinde Stuhr beispielsweise ein Akku die Ursache für einen Fahrzeugbrand*. Auch in Leer kam es zu einem Akkubrand, der ein Carport und zwei Fahrzeuge zerstörte*. Die Feuerwehr Stuhr hat nun jedoch eine neue Technik, um mit Elektrobränden umzugehen*. Wegen Brandgefahr hatten einige deutsche Städte zudem ihre E-Bus-Flotte aus dem Verkehr gezogen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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