Covid-19-Übersicht

Corona-Inzidenz in Niedersachsen: Diese Stadt ist am stärksten betroffen

Im Deutschland-Vergleich liegt das Infektionsgeschehen in Niedersachsen im Mittelfeld. Wo im Land gibt es die meisten Corona-Fälle?

Hannover – Bundesweit steigen die Corona-Zahlen. Auch die Inzidenz in Niedersachsen nimmt weiter zu. Während sie in Deutschland wieder über 30 stieg, verzeichnete Niedersachsen am Samstag einen Inzidenzwert 23,2. Am Vortag hatte einer der wichtigsten Werte für die Beurteilung der Corona-Lage nach Angaben des Robert-Koch-Instituts noch bei 22,1 gelegen. Landesweit wurden insgesamt 361 Neuinfektionen mit Corona registriert.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Bremen: In der Hansestadt stieg die Inzidenz am 14. August von 29,4 am Vortag auf 33. Doch während es im kleinsten Bundesland Deutschlands keinen Corona-Hotspot gibt, dreht sich trotz steigender Covid-19-Fälle in Niedersachsen fast alles nur um eine Stadt.

Aktuelle Inzidenz für Niedersachsen: Gleich für über der magischen 7-Tage-Inzidenz von 35

Denn während der Heidekreis (39,1), der Landkreis Grafschaft Bad Bentheim (37,2) und der Landkreis Lüneburg (35,3) am Samstag über der magischen 35er-Marke lagen und möglicherweise mit verschärften Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln rechnen müssen, könnte das auch bald auf weitere Regionen in Niedersachsen zutreffen.

Die Zahl der positiven Testergebnisse wächst: In Niedersachsen steigt der Inzidenzwert wieder stark an. (Montage kreiszeitung.de)

Die Region Hannover bewegte sich mit Inzidenzen von 33,2 ebenfalls mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf mögliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen zu. Der Landkreis Verden war zuletzt mit 36,5 über der Marke von 35, rutsche am Samstag aber erst einmal wieder darunter.

Inzidenz in Niedersachsen: Diese Stadt zieht einsam als Spitzenreiter ihre Kreise

Doch während die Entwicklung in diesen Regionen auffällig ist, zieht Wolfsburg einsam und allein seine Bahnen. Der Inzidenz in der VW-Hochburg beläuft sich mittlerweile auf 69,1 und ein Ende war auch am Samstag nicht in Sicht.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen am Freitag 23 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 15 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 325, davon haben 138 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. 

Corona in Niedersachsen: Hannovers Regionspräsident will Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Im Hinblick auf die weiter steigenden Inzidenz-Zahlen kommt Hannovers Regionspräsident Hauke Jagau mit einem weiteren Vorschlag um die Ecke: eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen.

Auf diese Weise könnten besonders vulnerable Gruppen geschützt werden, „die sich selbst nicht impfen lassen können“, sagte der SPD-Politiker der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung am Freitag. Gemeint waren alte und kranke Menschen sowie Kinder unter zwölf Jahren, für die bisher kein Impfstoff zugelassen ist. Die Impfpflicht sei denkbar vor allem für Pflegekräfte, die mit besonders gefährdeten Menschen zu tun hätten, aber auch etwa Bahnschaffner oder Kita-Betreuer und Lehrer.

„Auf der anderen Seite ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen gering“, sagte Jagau der Zeitung. „Das ist ein Abwägungsprozess. Das müsste man sehr genau angucken.“ Mit Blick auf die Pflegekräfte betonte er, die Beschränkungen der Besuchsmöglichkeiten in den Pflegeheimen und Krankenhäusern seien „aus meiner Sicht die dramatischsten Einschränkungen in der Pandemie“ gewesen: „Das darf es nicht auf Dauer geben.“

Mehr als 10.000 Impfdurchbrecher bundesweit: RKI fordert jetzt PCR-Tests für Geimpfte und Kinder

Für Aufsehen sorgte ebenfalls der Vorstoß des Robert-Koch-Instituts (RKI), PCR-Tests für Geimpfte und Kinder einzuführen.

Seit Anfang der Impfungen gegen Covid-19 findet ein umfangreiches Monitoring zu Impfdurchbrüchen statt. Nach aktuellen Daten verzeichnete das RKI bereits 10.827 dokumentierte Impfdurchbrüche in Deutschland. In der Gruppe der 60-Jährigen brauchten nur zwei Prozent der Menschen nach dem Impfdurchbruch eine Behandlung im Krankenhaus. Bei den 60-Jährigen musste aber jeder vierte aufgrund eines Impfdurchbruchs ins Krankenhaus, heißt es vom RKI.

Als Impfdurchbruch gilt jede oder jeder, dem trotz vollständiger Impfung nach mindestens zwei Wochen mittels PCR-Tests oder Erregerisolierung eine Sars-CoV-2-Infektion nachgewiesen wurde. Dennoch sind Spekulationen entbrannt, da die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte. Denn viele Infektionen werden einfach nicht erkannt.

Inzidenz in Niedersachsen: Kultusministerium will gezielte Corona Impfaktionen nach dem Sommer anbieten

Das niedersächsische Kultusministerium peilt nach den Sommerferien an den Schulen des Landes gezielte Corona-Impfaktionen an. „Wir arbeiten daran, dass es ein Angebot geben wird“, sagte Ministeriumssprecher Sebastian Schumacher am Freitag in Hannover. Man habe ein großes Interesse daran, dass die 12- bis 17-Jährigen ein Impfangebot erhalten.

An welchen Schulformen es solche Angebote geben könnte, wie diese regional ausgestaltet und umgesetzt werden könnten, das werde noch abgestimmt. Auch zur Größenordnung und einem möglichen Startzeitpunkt der Aktionen wollte das Ministerium noch keine Angaben machen. Es werde sich weiterhin um ein freiwilliges Angebot handeln, betonte Schumacher.

Corona in Niedersachsen: Mobile Impfteams als Lösung diskutiert

Dass mobile Impfteams an die Schulen geschickt werden, bezeichnete er als eine „denkbare Variante“, die derzeit diskutiert würde. Das Gesundheitsministerium wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Impfzentren des Landes bis Ende September geschlossen werden und dann vermehrt mobile Impfteams zum Einsatz kommen. Mit den Kommunen und Schulen führe man Gespräche darüber.

In Niedersachsen können sich Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren bereits seit Mitte Juli an gut der Hälfte der Impfzentren des Landes gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Impfquote in Niedersachsen liegt nach Angaben des Kultusministeriums bei den 12- bis 17-Jährigen mittlerweile bei rund 30 Prozent, über dem Bundesdurchschnitt.

Corona in Niedersachsens Schulen: Streit um Luftfilter im Klassenzimmer entbrannt

Unterdessen dauert der Streit um Luftfilter in den Klassenzimmern an. Nach mehr als eineinhalb Jahren Corona-Krise seien die Klassenzimmer nicht pandemiefest, beklagten Elternvertreter und Opposition nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Thorsten Bullerdiek vom Städte- und Gemeindebund sagte demnach, nach den Ferien würden nur in wenigen Klassenräumen solche Geräte stehen. Das Land Niedersachsen habe sich mit der entsprechenden Förderrichtlinie zu lange Zeit gelassen.

Das Kultusministerium wies die Vorwürfe zurück. Mitte Juli hätten die Kommunalverbände als Vertreter der Schulträger ausführliche Informationen zu einem 20 Millionen Euro umfassenden Förderprogramm erhalten. „Wenn man sich im Land umhört, gibt es bereits entsprechende Initiativen vor Ort - es gibt Schulträger, die handeln“, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Hannover. „Wer will, kann das auch tun.“ An der Förderrichtlinie arbeite man mit Hochdruck.

Corona in Schulen: Förderung vom Land Niedersachsen für CO2-Ampeln und Luftfilter

Vom Land gefördert werden sollen CO2-Ampeln und mobile Luftfilter in Räumen, die sich nur unzureichend lüften lassen, wie es in den vom Kultusministerium veröffentlichten Eckdaten zur Förderrichtlinie heißt. Fensterventilatoren oder automatisiert kontrollierte Fensterlüftungen können für alle Klassenräume der Jahrgangsstufen eins bis sechs beschafft werden, um Unter-12-Jährige, die sich nicht impfen lassen können, zu schützen. 80 Prozent der Kosten werden erstattet, 20 Prozent trägt der Schulträger.

Beispielsweise in Hannover gebe es nach Angaben der Stadt allerdings gar keine Räume in den Schulen, auf die das Förderprogramm passe, schreibt die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“. Julia Willie Hamburg, Bildungsexpertin der Grünen, nannte den Streit zwischen Land und Kommunen demnach „ein unwürdiges Schauspiel auf Kosten der Gesundheit der Kinder“. Björn Försterling (FDP) urteilte, das Land habe es sich zu einfach gemacht, indem es kurz vor den Sommerferien ein Förderprogramm auf den Weg brachte und dann die Kommunen allein ließ. (mit Material der dpa, dieser Artikel vom 13. August wurde am 14. August durch aktuelle Inzidenz-Zahlen ergänzt) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa/picture alliance & Cheong Kam Ka/dpa/picture alliance

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