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E-Tankstellen: Versorger setzen auf eigene und kommunale Flächen

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Von: Andree Wächter

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Auf landeseigenen Flächen sollten viele E-Tankstellen aufgestellt werden. Nach einem Jahr lässt sich resümieren: Ziel verfehlt.

Hannover – Egal welche Antriebstechnik (Batterie, Wasserstoff oder Benzin) ein Autofahrer wählt, ohne ein entsprechendes Tankstellennetz funktioniert es nicht. Dies hat auch die Landesregierung erkannt und hat vor rund einem Jahr angekündigt, dass sie landeseigene Parkplätze als öffentliche Ladepunkte für E-Autos vermietet wolle. Zwölf Monate später fällt die Bilanz ernüchternd aus.

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MinisterpräsidentStephan Weil

Das zuständige Finanzministerium erklärte auf Nachfrage, dass das Land zwar weiter großes Interesse an einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur habe. In Gesprächen mit den Energieversorgern habe man aber den Eindruck gewonnen, dass diese für öffentliche E-Ladepunkte zunächst eigene und kommunale Flächen nutzen wollen.

Das hatte Anfang 2021 noch anders geklungen. Damals erklärte Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), er freue sich, wenn gewerbliche Unternehmen die verfügbaren Landesflächen künftig für E-Ladepunkte nutzten, da sie „ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer emissionsarmen Mobilität“ seien. Ein neuer Erlass sollte die Vermietung landeseigener Parkplätze zu diesem Zweck vereinfachen. In Betracht kamen demnach Gebäude mit mehr als 20 Stellplätzen.

Per Kabel wird ein Elektroauto an der einer E-Tankstelle aufgeladen.
Per Kabel wird ein Elektroauto an einer E-Tankstelle aufgeladen. © Zoonar.com/stockfotos-mg via www.imago-images.de

Allein: Die Umsetzung kommt nicht in die Gänge. Die Grünen sehen darin einen Beleg für eine insgesamt zu zögerliche Politik der Regierung aus SPD und CDU. „Der Mobilitäts- und Energiewende stehen Behäbigkeit, Bürokratie und mangelnder Gestaltungswille im Weg“, sagte Grünen-Verkehrspolitiker Detlev Schulz-Hendel. So sei auch ein Förderprogramm für die nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur zu spät beschlossen worden, und für den Umbau der bestehenden Ladesäulen in Schnellladestationen sei noch nicht mal ein Konzept in Sicht.

Schulz-Hendel verwies zudem darauf, dass auch der Ausbau von Solaranlagen auf landeseigenen Dächern stocke. Die Landesregierung habe das unter anderem mit der Priorität beim Ausbau der Ladesäulen begründet. „Aber unterm Strich passiert in beiden Feldern viel zu wenig“, kritisierte der Landtagsabgeordnete. Für wirkungsvollen Klimaschutz seien jedoch beide Aspekte wichtig, da es auch bei der E-Mobilität darauf ankomme, ob der Strom aus konventionellen oder aus erneuerbaren Energien stamme.

E-Tankstelle: Bezahlen per Karte oder App

E-Tankstellen verfügen nicht über Zapfsäulen in dem Sinne, sondern über spezielle Steckdosen, an denen die Elektroautos über eine Kabelverbindung und ein Ladegerät aufgeladen werden können. Das Bezahlen erfolgt meist per Ladekarte oder App.

Grundsätzlich kommt die E-Mobilität nicht richtig in Schwung. „Elektromobilität ist gefühlt allgegenwärtig, spielt aber in der Realität eine untergeordnete Rolle“, lautet das Fazit des DAT-Reports* (Deutsche Automobil-Treuhand). Dies spiegelt sich auch in einer Umfrage zum Thema Elektro-Carsharing wider. Ein weiterer Grund könnte sein, dass man mit einer cleveren Planung auch kostenlos fahren kann. Andere Prognosen sagen: E-Autos werden 2022 boomen und jeder vierte Neuwagen fährt rein elektrisch.

Viel Autobesitzer fürchten auch um den Wertverlust, wenn sie ihr E-Auto wieder verkaufen wollen. Dies legt eine Civey-Umfrage offen. Über die Hälfte würde sich kein gebrauchtes E-Auto kaufen wollen. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24auto.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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