Stadt spricht von einer Straftat

Dummdreist: E-Auto-Fahrer kassieren Strafen für „wildes Laden“

Für E-Autos gibt es zu wenige Lade-Stationen. Das bringt viele Elektroauto-Autofahrer dazu, „wild“ zu laden. Das ist allerdings nicht legal – es setzt Strafen.

Hannover – Während immer mehr Elektroautos über Deutschlands Straßen rollen, ist die Anzahl der Ladesäulen weiterhin ... sagen wir mal: ausbaufähig. Wie zeit.de berichtete, ist der Wunsch nach einem Infrastruktur-Ausbau auch in Niedersachsen riesengroß: Umweltminister Olaf Lies forderte bereits Ende Oktober 2021 entsprechende Maßnahmen – ein Zehn-Punkte-Plan für mehr E-Auto-Ladesäulen. Bis zur letztendlichen Realisierung könnte noch einige Zeit ins Land ziehen. Und das bringt Probleme mit sich: Immer mehr E-Suto-Fahrer*innen fallen dadurch auf, dass sie „wild laden“.

Bundesland: Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

E-Autos werden immer öfter „wild geladen“ – dafür hagelt es nun Strafen

E-Autos sind die Zukunft. Das wissen auch VW und Co. – auch wenn sie Verbrennungsmotor nicht ganz aufgeben wollen*. Dennoch reagierten die großen Hersteller der Automobil-Branche bereits auf den Wunsch nach mehr Klimafreundlichkeit im Straßenverkehr. Während sich Elektroautos einer immer größer werdenden Beliebtheit freuen, sind einige Hürden jedoch noch zu beseitigen. Zum Einem wäre da die Sicherheit, die zuletzt bei einigen Modellen nicht immer geboten war. Wegen akuter Brandgefahr wurden bereits erste Elektro-Busse aus dem Verkehr gezogen und einige E-Autos dürfen nur noch mit einem 15-Meter-Abstand parken.

Zum anderen lässt sich die Anzahl der Ladesäulen noch zu wünschen übrig. Nach dem Kauf eines E-Autos kann weit und breit keine Lademöglichkeit gefunden werden: Ein bekanntes Problem für viele Elktroauto-Käufer*innen. Das sollte mit einem KfW-Förderprogramm aufgefangen werden sollte. Für eine sogenannte Wallbox, eine Wandaufladestation für E-Autos, gab es eine Prämie in Höhe von 900 Euro. Weil die Nachfrage zu hoch wurde, musste das Angebot wieder zurückgezogen werden. Die Gelder seien vollständig vergeben worden, heißt es bei der KfW.

Mangel an Ladestaionen führt zu dreisten Notlösungen: Erste Städte gehen dagegen vor

Ein Umstand, der viele vor großen Problemen stellen könnte: Fehlt privat eine Lademöglichkeit, sieht es düster aus. Auch in der Stadt sind häufig nur wenige Ladestationen frei verfügbar. Das führt zu frustrierten Elektroauto-Käufern und -Käuferinnen, die oft nur einen Ausweg kennen: Sie müssen das Fahrzeug wieder verkaufen. Anders verhält es sich, wenn das eigene Zuhause die Lademöglichkeit bietet: Einige von ihnen laden ihre E-Auto-Modelle in, beziehungsweise vor der eigenen Garage – auch wenn es nicht immer erlaubt ist. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtete, will die baten-württembergische Landeshauptstadt nun gegen das sogenannte „wilde Laden“ vorgehen.

E-Autofahrer*innen klagen über zu wenige Lade-Stationen. (Symbolbild)

E-Auto-Fahrer verlegen Ladekabel über Gehwege und Straßen: Behörde mahnt

Nach „Zeit“-Informationen besitzt das Land Niedersachsen mittlerweile mehr als 5.000 Ladestationen für Elektroautos. Zu wenig für ein Bundesland, in dem die Nachfrage nach E-Autos steigt*. Wie bw24.de berichtete, ereignete es sich in Stuttgart, dass ein E-Autofahrer sein Ladekabel quer über den Gehweg legte, um sein Fahrzeug laden zu können. Anstelle einer langen Suche nach einer freien Ladesäule, entschied er sich dafür, das E-Auto „am eigenen Hausnetz mit 100 Prozent regenerativer Energie der Stadtwerke Stuttgart“ zu laden, schreibt die Stuttgarter Zeitung.

Ungenehmigtes Verlegen von Ladekabeln für E-Sutos verstößt gegen Straßengesetz

Das Ordnungsamt hätte in einem solchen Fall kulant reagieren können. Das Kabel richtete keinen Schaden an und der Mangel an Ladestationen in Städten ist bekannt. Dennoch spricht die Gesetzeslage eine klare Sprache, die wenig später zum Maßstab erklärt wurde. „Bei verlegten Ladekabeln handelt es sich um eine Sondernutzung nach § 16 Straßengesetz für Baden-Württemberg, die der Genehmigungspflicht unterliegt“. Außerdem: „Das Verlegen von Ladekabeln im öffentlichen Verkehrsraum geht über den Gemeingebrauch der Straße nach § 13 Straßengesetz hinaus.“

Der Stuttgarter E-Autofahrer musste in der Folge ein Bußgeld in Höhe von 178,50 Euro zahlen. „Aufgrund der Zunahme der zugelassenen Elektrofahrzeuge ist davon auszugehen, dass die Anzahl der verlegten Ladekabel über Gehwege und Straßen, gerade in der dicht besiedelten Innenstadt mit überwiegend Mehrfamilienhäusern, übermäßig ansteigen wird“, mahnt ein Verwaltungssprecher. Nicht unwahrscheinlich, dass die Knappheit der Ladestationen auch Elektroauto-Faher*innen in Niedersachsen zu ähnlichen Maßnahmen ermutigen könnte. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Joerg Boethling

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