Potenzial von Drohnen im Rettungsdienst noch lange nicht ausgeschöpft

DLRG sucht auch mit Drohnen nach Vermissten

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Robert Rink von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) steht am Strand an der Elbe und bereitet eine Drohne für den Flug vor. Rink ist einer der Drohnenpiloten der DLRG in Horneburg.

Hannover - Von Dierk Bullerdieck. Egal ob als Spielzeug im Kinderzimmer oder als fliegende Kamera bei Extremsportlern - Drohnen werden in Deutschland immer beliebter. Doch sie können auch zu wesentlich nützlicheren Zwecken eingesetzt werden, zum Beispiel im Rettungsdienst.

Schon jetzt fliegen in Deutschland nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) knapp 800.000 Drohnen durch die Lüfte. Tendenz steigend. Bis zum Jahr 2020 könnten es sogar eine Million sein. Doch nicht alle Drohnen dienen als Spielzeug. Auch immer mehr Rettungsdienste setzen auf die kleinen Fluggeräte. Ihr wirklicher Einsatzwert ist nach heutigem Stand der Technik jedoch noch eingeschränkt.

Bei der Deutschen Lebens-Rettung-Gesellschaft (DLRG) beispielsweise werden Drohnen bisher nur zur Unterstützung eingesetzt, nicht als Rettungswerkzeug selbst. "Bis eine Drohne einsatzbereit ist, dauert es einfach noch zu lange. Für uns sind die ersten eineinhalb Minuten extrem wichtig. In der Zeit muss eine hilflose Person aus dem Wasser geholt werden", sagt Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG in Bad Nenndorf. Auch Windstärke und unberechenbares Wetter machen den Einsatz oft schwierig.

Momentan werden die Drohnen der DLRG vor allem zur Suche nach Vermissten eingesetzt. Aus der Luft haben die Einsatzkräfte so oft einen viel besseren Überblick über unwegsames Gelände. Mit ihren hochauflösenden Kameras, können die rund 4000 Euro teuren Drohnen beispielsweise auch das Wasser in einer Tiefe von bis zu drei Metern absuchen.

Suche nach vermissten Personen

Auch die Polizei und die Feuerwehren in Niedersachsen setzen auf die Hilfe aus der Luft. Besonders bei der Suche nach vermissten Personen oder der Dokumentation von Katastrophen und größeren Verkehrsunfällen hilft oftmals der Blick aus der Vogelperspektive. Momentan gibt es bei der Polizei in Niedersachsen eine Drohne. Die Anzahl der Drohnen bei den Feuerwehren wird bislang noch nicht erfasst.

Eine Drohne der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Auch wenn es sich bei den eingesetzten Drohnen meist um sehr leichte und kleine Fluggeräte handelt, müssen sich deren Piloten auch an die Gesetze in der Luft halten. So sind beispielsweise die Gebiete rund um Flughäfen oder militärische Sperrzonen absolutes Tabu. Doch je mehr Drohnen durch den deutschen Luftraum fliegen, desto größer wird das Sicherheitsproblem.

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung meldeten Piloten im Jahr 2017 88 Drohnensichtungen in unmittelbarer Nähe eines Flughafens. Noch 2014 waren es nur 14. Ute Otterbein von der DFS erkennt aber das Potenzial der unbemannten Fluggeräte. "Wir wissen, dass man moderne Technik nicht mit Verboten aufhält. Es ist natürlich eine tolle Idee, Drohnen als Lebensretter einzusetzen." Aus diesem Grund arbeitet die Behörde zusammen mit den Rettungsdiensten an einer Lösung für die Zukunft. So dürfen Rettungsdienste unter bestimmten Voraussetzungen ihre Drohnen auch außerhalb der Sichtweite der Piloten fliegen und so ihren Einsatzradius erheblich vergrößern. Dies ist Drohnenpiloten normalerweise untersagt.

Es steckt also noch viel Potenzial in den kleinen Fluggeräten. Wenn es nach dem Wunsch der Rettungsdienste geht, könnten die Drohnen in Zukunft aber noch viel mehr leisten. "Wenn die Geräte irgendwann stark genug sind, einen ertrinkenden Menschen aus dem Wasser zu ziehen, dann wäre ich glücklich. Aber bis das noch nicht erreicht ist, zählen wir immer noch auf unsere Schwimmerinnen und Schwimmer", sagt Wiese.

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