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Drei Interessenten für die insolvente Lloyd-Werft in Bremerhaven

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Von: Andree Wächter

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Tage der Entscheidungen für die deutschen Werften. Wie gehts es weiter mit der Lloyd und den MV-Werften? Die Vorzeichen stehen gut.

Bremerhaven - Wie geht es mit den insolventen MV-Werften weiter? Das Amtsgericht Schwerin hat am Dienstag, um 10 Uhr das Insolvenzverfahren eröffnen. Damit ist dann auch der Weg frei für die Transfergesellschaften, die früheren Angaben zufolge 1834 Beschäftigte aufnehmen sollen. Die Werftengruppe hatte am 10. Januar beim Amtsgericht Schwerin für insgesamt acht Gesellschaften Insolvenzanträge angemeldet. Die MV-Werften gehören wie die Bremerhavener Lloyd-Werft zum angeschlagenen Mischkonzern Hongkonger Genting.

StadtBremerhaven
Einwohner113.557 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche101,41 Quadratkilometer
Internetbremerhaven.de

Für die Bremerhavener Lloyd-Werft soll es laut buten un binnen drei Bewerber geben. Dies sind: die Zech Group, die Bremerhavener Rönner Gruppe und der Schiffs- und Jachtbauer Al Seer Marine aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi. Sollte einer der drei Bewerber den Zuschlag bekommen, könnte der Insolvenzantrag zurückgezogen werden. Experten rechnen mit einer Entscheidung Anfang März. Pikant: Nach Ansicht des Insolvenzverwalters Christoph Morgen war der Insolvenzantrag nicht nötig gewesen, da die Werft liquide sei. Es geht um rund 230 Arbeitsplätze.

Kurt Zech ist vielen als Bauunternehmer bekannt. Ihm gehört die Schiffsmanagementgesellschaft Zeaborn Ship Management, die rund 200 Containerschiffe, Schwergutfrachter und Tanker für andere Eigentümer betreibt. Seine eigene Reederei Zeamarine musste 2020 Insolvenz anmelden. Mit dem Erwerb hätte Zech eine eigene Werft für beispielsweise Schiffsreparaturen.

Einer der jüngsten Fertigstellungen: Die 140 Meter lange Luxusjacht „Solaris“. Sie wurde auf der Lloyd-Werft Bremerhaven gebaut.
Einer der jüngsten Fertigstellungen: Die 140 Meter lange Luxusjacht „Solaris“. Sie wurde auf der Lloyd-Werft Bremerhaven gebaut. © Sina Schuldt/dpa

Anders sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aus. Die Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund hatte am Montagnachmittag dem Kauf des Werftgeländes zugestimmt. Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hatte angekündigt, dass sich dort künftig mehrere Firmen aus der maritimen Branche ansiedeln wollen. Die Verträge zur Übernahme der Werft am Strelasund sind zwischenzeitlich von Christoph Morgen und der Hansestadt Stralsund unterzeichnet worden.

Zum Gelände gehören den Angaben zufolge 32.000 Quadratmeter Büroflächen, 24.000 Quadratmeter ausgestattete Werkstätten und 97.000 Quadratmeter Hallen. Zur Ausstattung gehören demnach unter anderem auch ein Schiffslift, Krananlagen und Schwerlasttransporttechnik.

Insolvente MV-Werften: Investor für Kreuzfahrtschiff „Global Dream“ gesucht

Am Dienstagnachmittag will Insolvenzverwalter Christoph Morgen auf der Warnemünder Werft über den Stand der Verhandlungen mit möglichen Investoren berichten. Während für das in Wismar zu 75 Prozent fertige Kreuzfahrtschiff „Global Dream“ Interessenten gesucht werden müssen, die den Bau zu Ende bringen, gestaltet sich auch in Warnemünde die Investorensuche schwierig.

Christoph Morgen hatte vergangenen Freitag gesagt, dass er Gespräche mit Netzbetreibern für den Bau von Offshore-Umspannplattformen, mit Reedereien und anderen Werften führe. Auf der Werft in Warnemünde liegen bereits die ersten fertigen Bauteile des baugleichen Kreuzfahrtschiffes „Global 2“. Es sollen schon mehrere Hundert Millionen Euro investiert worden sein.

Neue Geschäftsfelder für insolvente MV-Werften

Auf den MV-Werften mit Standorten in Wismar, Stralsund und Rostock-Warnemünde wurden zuletzt Kreuzfahrtschiffe gebaut, für die der Markt im Zuge der Pandemie aber zusammenbrach. Bei seinem Besuch vor zwei Wochen in Wismar hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gesagt, dass die Werften mithilfe des Bundes für die angestrebte Weiterführung und einen Neustart rechnen können. Voraussetzung sei die Erschließung neuer Geschäftsfelder und die Vorlage tragfähiger Konzepte.

Der Hongkonger Tourismuskonzern Genting hatte die deutschen Werften gekauft, um Kreuzfahrtschiffe zu bauen. Doch im Stillstand der Kreuzfahrtbranche in der Pandemie konnten Genting und die MV Werften die Finanzierung zweier riesiger Schiffe nicht mehr schultern. (Mit Material der dpa) kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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