DLRG: Kommunen müssen Badegewässer besser sichern

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Symbolbild

Bad Nenndorf - Die Retter der DLRG überwachen im Hochsommer alle Küstenstrände - doch die meisten Menschen ertrinken in Binnengewässern. Jetzt fordert der Verband, dass die Kommunen dort mehr für die Sicherheit tun. 

Bei der Sicherung von Badegewässern hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mehr Engagement von den Kommunen verlangt. Während es an Nord- und Ostsee eine gute Überwachung der Strände gebe, gebe es im Binnenland an vielen Seen und Flussabschnitten keine Aufsicht, sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese in Bad Nenndorf.

Die Kommunen müssten Gefahrenanalysen der Gewässer erstellen, an denen die Menschen erfahrungsgemäß im Sommer zum Schwimmen gingen und für eine Überwachung sorgen, statt schlicht „Baden-Verboten-Schilder“ aufzustellen. Von den 392 im vergangenen Jahr ertrunkenen Menschen starben 78 Prozent in Binnengewässern. An den für den Tourismus wichtigen Küsten werde der Einsatz von Rettungsschwimmern wichtiger genommen als im Binnenland, sagte der DLRG-Sprecher. „Das ist ein Aushängeschild Deutschlands, die Nord- und Ostseeküste.“

Auch die Gesetze der Küstenländer schrieben vor, dass an den Badestränden während der Saison Helfer im Einsatz seien. In der Hochsaison wie jetzt bei der Sommerhitze ist ein Großteil der rund 50 000 ehrenamtlichen Wasserretter der DLRG im Einsatz. Im Inland gibt es an den Badeseen eine Aufsicht zumeist nur an den Wochenenden, an der Küste schieben die Rettungsschwimmer jeden Tag Wache. Meist werden sie von den Küstenorten einquartiert und versorgt, viel Freizeit ist während der 16-tägigen Einsätze nicht eingeplant. Eine Bezahlung für ihre lebensrettende Arbeit erhalten die Helfer nicht, lediglich fünf Euro Aufwandsentschädigung pro Tag. Große Nachwuchssorgen plagen die DLRG kaum. Vier Fünftel der Retter, die in den Sommermonaten an der Küste im Einsatz sind, sind Schüler und Studenten, aber auch Rentner helfen beim Wachdienst.

„Was wir nicht vergessen müssen, ist der Spaßfaktor“, sagte der DLRG-Sprecher. Bei den gemeinsamen Einsätzen lernten die Helfer viele neue Leute kennen, und nicht nur Landratten übten sich im Einsatz mit Booten. „Was glauben Sie, wie viele Ehen da entstanden sind.“ Die finanzielle Unterstüzung durch die Kommunen könne noch besser sein, sagte Wiese. „Ganz selten hören wir, dass eine Kommune sagt: „Wir kaufen euch ein neues Boot.““ Oft bleibe es dabei, dass die DLRG für ihre Wachstation Wasser und Strom umsonst erhalte. Auch die Qualität von manchem Quartier an der Küste lasse zu wünschen übrig.
dpa

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