Mittwoch beginnt die erste Antragskonferenz

Diskussion über die Südlink-Stromtrasse wird intensiver

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Landwirte weisen bei Peine auf die Nachteile der Südlink-Stromtrasse hin.

Hannover - Die geplante Stromtrasse Suedlink soll Strom aus erneuerbaren Energien von der Küste nach Bayern transportieren. Das Vorhaben ist aber umstritten und die geplante Route gefällt nicht jedem.

Auf drei sogenannten Antragskonferenzen soll im Juni die Strecke durch Niedersachsen diskutiert werden. Auftakt ist am Mittwoch in Osterode. 

Die wichtigsten Fragen zum Thema

Was ist Suedlink?
Die etwa 700 Kilometer lange Gleichstromtrasse soll die „Hauptschlagader“ der Energiewende werden. Die Leitungen verlaufen von Brunsbüttel in Schleswig-Holstein nach Großgartach in Baden-Württemberg sowie von Wilster in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld in Bayern. Für die Trasse gibt es die gesetzliche Vorgabe, Erdkabeln den Vorrang vor Freileitungen zu geben. Die Bundesnetzagentur geht deshalb zunächst von einer kompletten Erdverkabelung aus. 

Wie weit ist das Projekt?
„Das einzige, was bislang fest steht, sind Start und Ende. Alles dazwischen ist offen“, betont der Sprecher der zuständigen Bundesnetzagentur Fiete Wulff immer wieder. Die Netzbetreiber sind die Unternehmen Tennet und TransnetBW. Sie haben mögliche Routen erarbeitet, von denen sie einen Vorschlagskorridor favorisieren und eine zweite Alternativlösung anbieten. „Beschlossen ist aber noch nichts“, heißt es von der Bundesnetzagentur. Zurzeit finden in Städten entlang der Trasse sogenannte Antragskonferenzen statt, bei denen sich betroffene Kommunen, Verbände und interessierte Bürger einbringen können. Die Hinweise werden gebündelt und zur Prüfung und Bewertung an die Netzbetreiber weitergegeben. Ob und inwieweit das zu einer Streckenänderung führt, entscheidet die Bundesnetzagentur. 

Wo sollen die Kabel in Niedersachsen liegen?
Die Vorschlagsroute läuft in Niedersachsen unter anderem durch Scheeßel östlich an Hannover vorbei nach Bad Gandersheim und weiter nach Thüringen. Die Alternative würde westlich an der Landeshauptstadt vorbei nach Hessen führen. Die verschiedenen Abschnitte sollen auf drei Antragskonferenzen in Osterode und danach in Hannover (13. Juni) und Verden (20. Juni) diskutiert werden. 

Was sagen die Gegner?
Naturschützer lehnen das Projekt komplett ab. Der Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bundesverband der Bürgerinitiativen fordern den Stopp des Planungsverfahrens und eine grundlegende Neuererstellung der Stromnetzplanung. Sie kritisieren unter anderem, dass die Trasse oft als Windstrom-Trasse bezeichnet werde, obwohl auch Strom aus Steinkohle darüber in den Süden transportiert werden soll. Landwirte stellen die Notwendigkeit der Stromtrasse nicht in Frage. Aus ihrer Sicht werden ihnen aber zu viele Nachteile des Trassenbaus aufgebürdet. Sie fordern unter anderem eine jährliche statt der geplanten einmaligen Entschädigung. Rund um die Konferenzen in Thüringen und Hessen ist jüngst ein politischer Streit über den Trassenverlauf entbrannt. Weil der favorisierte Korridor durch Thüringen dort auf heftige Gegenwehr stößt, hatte die rot-rot-grüne Landesregierung eine neue Route durch Nord- und Osthessen vorgeschlagen. Das kam wiederum bei Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) überhaupt nicht gut an. 

Wann soll es losgehen?
Am Ende des Planungsverfahrens soll ein etwa 1000 Meter breiter Korridor stehen. Nur innerhalb dieses Raumes darf dann der genaue Leitungsverlauf führen. Wo exakt die Trassen gebaut werden, wird nach Angaben der Bundesnetzagentur erst etwa 2020/21 feststehen. Die Inbetriebnahme von Suedlink ist ab dem Jahr 2025 vorgesehen.

dpa

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