Corona-Impfung

Digitaler Impfpass startet: Wo es ihn schon gibt und wo noch nicht

Ab Montag stellen Apotheken ein Zertifikat für den digitalen Impf-Nachweis aus. Erhältlich ist es aber noch nicht überall, auch die Arztpraxen brauchen noch Zeit bis zur Teilnahme.

Hannover/Bremen - Wie bereits in der vergangenen Woche angekündigt, werden die ersten Apotheken ab heute in Niedersachsen und Bremen für geimpfte Menschen ein Zertifikat zum Übertragen in den digitalen Impfpass ausstellen. Die Apotheken hätten sich in den vergangenen Tagen technisch vorbereitet, sagte der Vorstandsvorsitzende des Landesapothekerverbandes Niedersachsen, Berend Groeneveld.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Die Zahl der Apotheken mit dem Angebot werde aber in den ersten Tagen noch begrenzt sein. „Wir bitten deshalb die Patienten darum, nicht alle gleich am Montag die Apotheken zu stürmen, um die Belastungsgrenze der Teams dort nicht gleich am ersten Tag zu überschreiten“, sagte Groeneveld. Auch der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, erklärte bereits in der vergangenen Woche, dass die Zahl der Apotheken zu Beginn noch begrenzt sein wird: „Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt.“

Digitaler Ausweis noch nicht flächendeckend in ganz Deutschland verfügbar

Die Haus- und Fachärzte in Niedersachsen brauchen dagegen noch Zeit, um digitale Impfnachweise ausstellen zu können. Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) weist darauf hin, dass „längst nicht alle niedergelassenen Haus- und Fachärzte in Deutschland“ in den nächsten Tagen in der Lage sein werden, digitale Impfzertifikate auszustellen. Zunächst war die Einführung des digitalen Nachweises für heute geplant. Kurzfristig ging diese Nachweis-Möglichkeit nun aber bereits am vergangenen Donenrstag an den Start.

Auch in Hamburg war der Start am Montag holprig: Dort waren viele Apotheker wegen des Impfpass-Chaos gefrustet*, wie 24hamburg.de berichtet.

Durch die Berichterstattung in zahlreichen Medien und durch Aussagen der Politik wird der Eindruck vermittelt, dass ab heute der digitale Impfausweis an den Start geht. Dies gilt nicht für die Arztpraxen.

Mark Barjenbruch, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen

Meldungen, wonach der digitale Impfpass ab Montag flächendeckend zur Verfügung steht, seien jedoch falsch. Die technischen Voraussetzungen und Klarheit über genaue technische Abläufe in den Praxen seien noch nicht gegeben. Das sei aber die Voraussetzung für eine flächendeckende Anwendung, heißt es von der KVHB. Die ersten Arztpraxen könnten voraussichtlich am kommenden Mittwoch den digitalen Impfausweis ausstellen, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Detlef Haffke.

Noch ist das Zertifikat für den digitalen Impf-Nachweis nicht überall erhältlich, dass soll sich jedoch nach und nach ändern.

Mark Barjenbruch, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) erklärt ebenfalls, dass „durch die Berichterstattung in zahlreichen Medien und durch Aussagen der Politik“ der Eindruck vermittelt werde, dass ab heute der digitale Impfausweis an den Start geht. „Dies gilt nicht für die Arztpraxen“, so Barjenbruch. Das Ausstellen des Impf-Zertifikats soll über ein Software-Update des Praxisverwaltungssystems (PVS) direkt möglich werden. Die Bundesregierung habe in einer Ausschreibung die PVS-​Hersteller aufgefordert, mit dem Software-​Update spätestens bis zum 12. Juli ein entsprechendes Software-​Modul zu entwickeln, heißt es auf der Website der KVN. Arztpraxen können bereits durchgeführte Corona-​Impfungen aber auch noch nachträglich in den digitalen Impfausweis eintragen.

So kommt der gedruckte Nachweis auf das Smartphone und wird zum digitalen Impf-Nachweis

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern.

Mit einem QR-Code kann der Impf-Nachweis über bestimmte Apps eingelesen werden und ist ab dann auf dem Smartphone verfügbar.

Der Nachweis wird in einem sogenannten QR-Code aus schwarzen und weißen Quadraten hinterlegt, der künftig in der Regel mit dem zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt ausgehändigt wird. Der Code kann dann mit bestimmten Handy-Apps eingescannt und vorgezeigt werden. Neben der App CovPass und der Corona-Warn-App des Bundes wird der Nachweis ab Mittwoch auch über die Luca-App möglich sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits vor der Vorstellung des neuen Zertifikats vor möglichen Fälschungen gewarnt. Er merkte an, dass das Interesse der Fälscher sowohl dem gelben Papier-Impfbuch als auch dem digitalen EU-Impfnachweis gelten könnte. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA. Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Bernd Settnik / picture alliance / dpa

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