Die wechselhafte Geschichte des Horoskops

Horoskope in Zeitschriften sehen angeblich das Schicksal vorher. Doch ihre Auslegung trifft auf fast jeden zu.
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Horoskope versuchen, die menschliche Psyche zu deuten. Die Konstellation der Sterne zum Zeitpunkt der Geburt soll Rückschlüsse auf den Charakter jedes einzelnen geben.

Horoskope begegnen uns in Zeitschriften, im Fernsehen und in Telefon-Hotlines. Auch wenn die meisten abstreiten, daran zu glauben: Sie finden sich alle in irgendeiner Art und Weise darin wieder. Das hat einen einfachen Grund: Das Horoskop ist so alt wie die Menschheitsgeschichte.

Die Sterne und Planeten faszinierten die Menschen schon immer. Sie hielten sie für Götter oder zumindest für die Heimat höherer Wesen. So ist es nicht verwunderlich, dass sie versuchten, eine Beziehung zwischen „denen da oben“ und „denen da unten“ herzustellen. Früheste Aufzeichnungen gibt es aus Babylonien, aus der Zeit um 2.400 Jahre vor Christus. Zu dieser Zeit sind Astrologie und Religion eng verwoben: Horoskope werden für gottgleiche Könige erstellt.

Die Eigenschaften, die die Babylonier den Planeten zuschrieben, übernahmen später die Griechen und Römer. Sie finden sich heute noch in unseren Horoskopen. Der babylonische Gott Nergal (Mars) stand für Krieg und Unheil und entspricht am ehesten dem römischen Gott Mars. Die Göttin Ischtar war das Sinnbild für Liebe und Fruchtbarkeit wie die Venus. Die Babylonier teilten auch als erste den Himmel in zwölf Tierkreise ein.

So wird ein Horoskop erstellt

Im fünften bis vierten Jahrhundert vor Christus entwickelten die Griechen und Ägypter die Astrologie entscheidend weiter. Mathematik und Philosophie flossen ein. Hier entstand in Grundzügen das Horoskop, wie man es heute kennt: Der Astrologe erstellt zunächst ein Geburtshoroskop. Das ist eine stark vereinfachte Darstellung eines Teils des Himmels und dem Stand der Planeten zu diesem Zeitpunkt.

Der Himmel wird in zwölf „Häuser“ unterteilt. Jedem der Häuser kommt eine Bedeutung zu wie Freundschaft, Spiritualität und Kreativität. Durch die Erdrotation wandern im Laufe eines Tages alle Planeten und Tierkreiszeichen durch die Häuser. Ein Astrologe überträgt das auf den Einzelnen und versucht, es für ihn zu interpretieren.

Astrologie: wechselhafte Karriere

Nach der Blütezeit im antiken Griechenland erleben die Astrologie und mit ihr das Horoskop im Lauf der Jahrhunderte eine wechselhafte Geschichte. Zwar suchen die Menschen Rat in den Sternen, doch Skeptiker halten das für Aberglauben. Die Entdeckungen von Kopernikus zu Beginn des 16. Jahrhunderts versetzen schließlich der Astrologie den Todesstoß: Auf einmal dreht sich die Sonne nicht mehr um die Erde und der Mensch ist nicht mehr der Mittelpunkt des Universums.

Jung legt die Basis für das heutige Horoskop

Doch das Horoskop kehrt noch einmal zurück. Dafür sorgt der Psychologe Carl Gustav Jung im 20. Jahrhundert. Er nimmt esoterische und spirituelle Ansätze in seine Psychoanalyse auf und macht aus dem Sternenhimmel einen Spiegel der menschlichen Seele.

So ist die Deutung von Horoskopen in Deutschland heute hauptsächlich die Interpretation von Charakter und Psyche. Ihre Popularität zeigt, dass es ein Bedürfnis nach Orientierung in einer als unübersichtlich empfundenen Welt gibt. Der Reiz der Ergebnisse und Prognosen von Horoskopen besteht darin, dass sie Entscheidungen abnehmen und erleichtern. Die Vorstellung, dass es einen „höheren Sinn“ oder ein „Schicksal“ geben könnte, ist beruhigend. Empirische Beweise, ob diese Lebensberatung funktioniert, gibt es aber nicht.

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