Darum werden Tage kürzer

Die Erde dreht sich plötzlich schneller: Wetter-Phänomen ist Ursache

Das Wetter verändert sich – besonders jetzt im Herbst. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern beeinflusst auch die Drehgeschwindigkeit der Erde.

Der Herbst ist unlängst in Deutschland angekommen: Es wird abends früher dunkel, die Tage werden gefühlt kürzer. Bevor allerdings Kälte und Frost einsetzen, überrascht das letzte September-Wochenende nochmal mit einem Sommer-Comeback: bis zu 25 Grad und Sonne*. Spätestens danach aber wird sich das Laub der Bäume sichtbar verfärben und schließlich ganz abfahlen.

Aber nicht nur auf die Natur hat die Herbst-Jahreszeit Auswirkungen, sondern auch auf die Rotation der Erde. Denn kaum schwebt das erste rostrote Blatt zu Boden, beginnt sich unser Heimatplanet schneller zu drehen.

Planet des Sonnensystems:Erde
Äquatordurchmesser:12.756,27 km
Masse:5,9724 · 1024 kg
Rotationsperiode:23 h 56 min 4 s

Unsere Erde dreht sich schneller: Der Wetter-Wechsel steckt dahinter

Offiziell beginnt am 22. September der kalendarische Herbst. Experten sind sich sicher: Dieser Herbst wird es in sich haben – inklusive Kälteeinbruch und Bodenfrost. Aber nicht nur der Blick in den Kalender verrät die nass, kalte Jahreszeit. Der Herbst nimmt auch Einfluss auf die Rotation der Erde. Kaum erblicken wir die ersten herabfallenden Blätter, beginnt sich unser Heimplanet schneller um die Sonne zu drehen*.

Wissenschaftler des Bundesamtes für Kartografie und Geodäsie der Technischen Universität in München erklären dieses Phänomen mit der sogenannten „Drehimpuls-Erhaltung“: Wenn bei einem rotierenden Körper Masse zur Drehachse hin verlagert wird, muss sich die Rotationsgeschwindigkeit erhöhen, um den Drehimpuls konstant zu halten.

Dank herabfallendem Laub im Herbst dreht sich die Erde schneller. (24hamburg.de-Montage)

Vergleichen lässt sich dieses Bild mit den Pirouetten einer Eiskunstläuferin: Kaum zieht sie ihre Arme näher an den Körper heran – also zur Drehachse – beginnt sie sich auf dem Eis schneller zu drehen.

Genauso verhält es sich mit dem herabfallendem Laub im Herbst, das von Gärtnern oftmals kompostiert wird, und der Erde. Kaum schwebt es zu Boden und ist somit näher zur Drehachse unseres Planeten, verändert sich die Masseverteilung der Erde. Die Folge: Unser rotierender Heimatplanet erhöht seine Geschwindigkeit. Der Effekt ist zwar nicht besonders groß, aber dennoch messbar. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Beschleunigung von 10 Nanosekunden (eine Sekunde sind 1 Milliarde Nanosekunden), so Professor Peter Brosche von der Universität Bonn.

Rotation der Erde von vielen Faktoren abhängig: Einfluss auch von Gezeiten, Vulkanausbrüche und Erdbeben

Aber lässt sich dieser Effekt nicht ausgleichen? Schließlich ist ja auf der Südhalbkugel der Erde Frühling und liegen ja keine Blätter am Boden, sondern beginnen gerade erst zu treiben, während auf der Nordhalbkugel Herbst ist. Nein, sagen die Experten. Schließlich gibt es auf der Nordhalbkugel deutlich mehr Landmasse und insgesamt viel mehr Wälder als auf der südlichen Hälfte unseres Planeten. Der ist übrigens nicht so einzigartig wie gedacht: Unlängst haben deutsche Forscher eine zweite Erde entdeckt.

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Allein in Deutschland gibt es laut MDR über elf Millionen Hektar Wald und 90 Milliarden Bäume in den Wäldern – rund 40 Prozent davon sind Laubbäume. Allerdings haben Dürre, Stürme und Schädlinge den Wäldern in Deutschland in den vergangene Jahren massiv zugesetzt.

Neben dem Herbstlaub haben natürlich noch zahlreiche andere Phänomene Einfluss auf die Erdrotation, wie die Beeinflussung des Mondes* bei Gezeiten, Vulkanausbrüche, Erdbeben und und und. Ob sich auch der Einschlag eines Meteoriten, wie kürzlich in Norwegen* auf die Drehgeschwindigkeit der Erde auswirkt, ist nicht bekannt. Solange allerdings kein Asteroid* einschlägt, bleibt die Erde aber ohne große Auswirkungen in ihrer Bahn – aber: Ein Einschlag zumindest des Asteroiden „Bennu“ ist wahrscheinlicher als gedacht*. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ESA/picture alliance/dpa & Roland Weihrauch/picture alliance/dpa

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